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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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lösung seiner Miliz, ihre teilweise Einordnung in die reguläre Armee. Sollte er das wagen? Sollte er, um ganz hoch zu steigen, zunächst das Postament zer­trümmern, auf dem er jetzt stand?

Er zauderte. Er wußte nicht, was er wollte. Sich behaupten, das wollte er. Sich behaupten um jeden Preis. Im Frühjahr hat er die ,, nationale Revolution" ausgerufen, jetzt, drei Monate später, erklärt er sie für beendet. Und da er vor allem einmal ,, der Ge­freite aus dem Weltkrieg" ist, den es vor den roten Streifen an einer Generalshose ehrfürchtig schauert, so verrät er schließlich ,, sein Werk" und den, der es für ihn getan hat, ,, seinen geliebten Freund Röhm".

Er fliegt also bei Nacht über das viel duldende Deutschland , um dort im Süden den Ahnungslosen samt seinem Anhang zu fassen. Zur Exekution führt er seinen Propagandaminister und seinen Pressechef mit. Die Tat soll gleich an Ort und Stelle frisiert wer­den. Aus dem noch rauchenden Blut kochen die Handlanger ihre Lügensuppen.

Die für den Reichskanzler Meineide geschworen haben, gestohlen, geplündert, Menschenglück heka­tombenweise vernichtet, sie werden zusammenge­schossen, zusammengehauen in seinem Namen. Be­gangenes Verbrechen schützt sie nicht mehr.

Mordfreiheit herrscht. Die Unterführer machen sich selbständig. All das Gesindel, das in der Hefe eines Volkes von fünfundsechzig Millionen wimmelt,

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