Es wurde Ludwig augenblicklich klar, daß Tod und Bestattung des Herzogs seinem Bruder das Leben gerettet hatten. Denn der hatte dem intimen Kreis des ermordeten Hauptmanns angehört.
Aber unmöglich konnte er wissen, wie haarscharf August der Pelotonkugel entgangen war.
Das Telegramm aus dem Camburger Schloß nämlich hatte ihn in Heidelberg erreicht, eben in Gesellschaft des Röhm, seines Stabes und seiner sonstigen Sippschaft. Die Herren befanden sich dort auf Urlaub, und sie genossen ihn auf ihre Weise, in einer Atmosphäre, in der Schmierstiefelgestank sich mit dem Gedüft männlicher Huren eigenartig vermischte. Bei Tage flanierte man breitspurig in den Straßen und tätigte so massenhafte Käufe an Puder und Schminke, daß in den Parfümerien die kleinen Verkäuferinnen sich anstießen. Nachts im Hotel wurde gezecht und gebrüllt, und die Champagnerflaschen flogen in Spiegel und Fenster. Es war ein derartig wüster Skandal, daß schließlich die Bürger drohten, das ganze Gelichter aus Heidelberg hinauszuprügeln. Daraufhin reiste man ab, nach dem bayrischen Süden.
Dem Erbprinzen wurde die Depesche des Camburger Hofmarschalls unmittelbar vor der Abfahrt überbracht. Miẞmutig nahm er Abschied und fuhr nach Hause. So blieb er am Leben.
Zwar vermiẞten die Mörder ihn unter den Opfern. Aber die ,, Nacht der langen Messer" war nun einmal vorüber. Dem Führer und Reichskanzler wurde es
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