stillsten Kämmerlein zu tun. Man hat ein Auge auf Dich. Und es gibt noch andere Repressalien als bloßen Entzug der Existenzmittel. Laẞ Dirs gesagt sein."
Es war für Herzog August ein großer Moment. Er genoß ihn. So rosig hatte sein hübsches Gesicht selten geleuchtet.
Es pochte. Mit einer Geste, die Entschuldigung andeutete, ließ der Kammerdiener einen Menschen eintreten, der die selbe schwarze Uniform trug wie der Herzog. Seine hohen Stiefel waren bestaubt. Offenbar war er soeben vom Motorrad gestiegen.
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Der S. S.- Offizier hob flüchtig zum Gruß die Hand. Befehl vom Führer!" meldete er und entnahm seiner Kuriertasche ein Schreiben. August riẞ es auf, mit einem stolzen Blick auf den Bruder, der schon in der Nähe der Tür stand.
Seine Züge veränderten sich, er wurde ganz weiß. Er stammelte: ,, Das ist wohl nicht möglich. Was soll das denn heißen?" Der Offizier antwortete nicht. August Herzog von Sachsen- Camburg war so erschüttert, daß er sich nicht länger mehr aufrecht hielt, seine Füße glitten fort unter ihm, er sank in den Sessel zurück, daß das alte Holz krachte.
Ludwig ging in sein Zimmer hinüber. Er wollte mit dem Nachtzug noch fort und fing an zu packen. Dann fiel ihm ein, daß dies nicht recht anging, und er läutete. Es erschien ein Lakai namens Haase, ein gebückter, freundlicher Greis, dem bei jedem Griff die Hände zitterten.
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