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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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das Kind gesessen, auf dem hochlehnigen Holzstuhl, der immer noch an der gleichen Stelle stand, und Trä­nen waren ihr über das schmale Gesicht herabgeströmt. Sie mußte nun groß sein und schön. Er wußte gar­nichts von ihr, hatte kaum einmal an sie gedacht. Wie mochte sie leben? Sie hatte wohl seither noch Ande­res über ihr unglückliches Volk gehört, als die Flege­leien des Bruders, der ihm hier gegenübersaẞ.

Der hatte eben begonnen zu reden. Allzu bequem zurückgelehnt in seinen tiefen Sessel, eines der uni­formierten Beine über das andre geschlagen, ließ er sich sicheren Tones vernehmen.

,, Um auch von der äußern Gestaltung Deines Le­bens ein Wort zu sagen, so wird da Einschränkung nötig sein. Ich habe mich über den Stand der Finan­zen orientiert. Ich bin wenig befriedigt."

Dazu hat er heute Zeit und Laune gefunden, dach­te Ludwig bei sich und blickte mit Widerstand auf das hübsche Gesicht.

,, Du warst bis heute mit zweitausend Mark im Mo­nat apanagiert. Ich habe die Materie mit Renthaupt­mann Grunsky durchgesprochen. Du wirst Dich künftig mit zwölfhundert einrichten müssen."

Er wartete. Ludwig reagierte nicht.

دو

Vielleicht läßt sich an eine neuerliche Erhöhung

denken, wenn hier einmal liquidiert ist."

دو

, Was willst Du denn hier liquidieren?"

,, Alles totliegende Kapital. Vor allem diese ganz unnütze Sammlung in ihrem grünen Samt."

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