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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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,, Eure Hoheit bringen den Frühling mit," bemerk­te Ludwig. Und er riẞ ein Fenster auf.

,, Wenn Du mit Deinen geistvollen Scherzen zu Ende bist, Ludwig, wollen wir reden."

,, Vielleicht einen Schnaps? Aber ach, ich habe bloẞ Kirsch, keine Crême de Cacao," sagte Ludwig und lächelte unverschämt. ,, Kommst Du von daheim? Wie geht's dem Papa?"

,, Den Papa traf ich selbstverständlich mit seinem Leibjuden Wetzlar. Sie putzten an alten Geldstücken herum. Ich blieb nur zwanzig Minuten."

Ludwig hatte den Bruder viele Monate lang nicht gesehen. Er hatte auch keine Briefe mit ihm gewech­selt. In illustrierten Zeitschriften hatte er ihn mehr­fach unter den Parteiwürdenträgern erblickt, die bei Massenversammlungen in der ersten Sitzreihe dem fuchtelnden Propheten lauschten. Er wußte auch, daß August des öftern gewürdigt wurde, ihn im Flugzeug auf seinen Kreuzfahrten zu begleiten. Er galt als einer der kommenden Männer.

,, Auch Dich, lieber Ludwig, werde ich nicht lange aufhalten. Ich komme im Auftrag. Man nimmt oben Anstoß an Deinem Umgang. Äußerungen von Dir sind bekannt geworden. Man legt Dir nahe, solange es noch Zeit ist, zu erwachen."

,, Sors de l'enfance, ami, réveille- toi!"

دو

Was?"

,, Rousseau , August. Nichts für Dich. Also weiter!" ,, Ich muß Dir bemerken, daß Deine ganze Haltung

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