nes hat prophezeit, sie würden sich vor Lachen biegen."
Ludwig wollte antworten, dazu sehe er wenig Anlaẞ, als ihm von rückwärts Rotteck die Hand auf die Schulter legte. Er stand auf. Rotteck trug in der Linken eine Anzahl beschriebener Blätter.
,, Also, was sagen Sie, Ludwig? Aber diesmal ist mir's zu viel. Ich hab' mir den Knaben gekauft. Platt gebügelt, daß er nicht wieder aufsteht.
,, Herr Geheimrat," sagte Ludwig ,,, ich fürchte, Sie verkennen die Substanz, aus der diese Herren geformt sind. Kot kann man nicht bügeln.'"
وو
Rotteck las vor. Wahrhaftig, er hatte sich ,, den Knaben gekauft", ihn und Seinesgleichen. Was seiner Ironie aus den Zähnen kam, das hing komisch in Fetzen. Mit Behagen zerriß er zunächst den unsinnigen Superlativ vom ,, deutschblütigsten Meister", dem Meister, dessen Vater aus einem ungarischen Dorf namens Aytos kam, und dessen Vatersbruder so germanisch noch Laszle hieß. Der Hoffedanz wurde freundlich befragt, an welchen Kreis von Ignoranten er sich eigentlich wende, etwa mit der Behauptung, Dürer habe sich im giebeligen Nürnberg sein Leben lang unaussprechlich glücklich gefühlt, treuumsorgt von Agnes, seiner geliebten Hausfrau. Der berühmte Brief aus Venedig wurde zitiert, jener leidvolle Aufschrei kurz vor der Heimkehr: Wie sehr wird es mich nach der Sonne frieren!" und die geliebte Hauswirtin Agnes war als das mit Seufzern
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