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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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litz schon physisch nicht eignete, und verschwand mit dem Paẞ.

Der Ankömmling setzte sich auf das Bett, das überraschend weich und elastisch nachgab. Unfähig zu irgendeinem Entschluß schloß er die Augen. Sein schmales, braunhäutiges Gesicht, das heute und viel­leicht auch gestern nicht rasiert worden war, wirkte krank vor Erschöpfung. Die ungeschützte Birne hoch an der Decke- diese Art Beleuchtung schien eine Spezialität des Hauses zu sein- zuckte unablässig, und dies Zucken tat ihm weh hinter seinen Lidern.

Es pochte. Er antwortete nicht. Auf dem schäbigen Bettvorleger zu seinen Füßen breiteten sich bereits zwei neue Schneewasserlachen aus.

Behutsam öffnete sich die Tür, und abermals er­schien der Wirt. Ein verwandelter Wirt, den gedun­senen Leib in Devotion zusammengeduckt. Hinter ihm war seine graue Lebensgefährtin sichtbar, die mageren Arme hoch bepackt mit Brennmaterial.

Herr Stohanzl bewegte sich vorwärts gegen das Bett, den Reisepaß vor sich hingestreckt wie eine un­anrührbare Kostbarkeit. ,, Haben Hoheit die Gnade zu entschuldigen," ließ er vernehmen ,,, ich konnte unmöglich wissen, daß Hoheit..."

,, Heizen Sie bloß ein," sagte der junge Herr. ,, Ich bin schon ganz blau."

دو

Wenn Hoheit vielleicht ein größeres Zimmer wünschen... Geruhen Hoheit nur zu verfügen."

,, Lassen Sie doch Ihr dummes Zeug," sagte der

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