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Was wir liebten, geht in Flammen auf
WAS WIR LIEBTEN,
Geht in Flammen auf,
Dran wir unser Herz gebunden hatten. Ach, vergehen wird's, ein leichter Schatten In des kurzen Erdentages Lauf.
Die uns teuer, unser ganzes Glück, Sehen wir vor unsern Augen schwinden. Wie ein süßer Traum liegt sie dahinten, Schönheit, die einst labte unsern Blick.
Ärmer werden wir von Tag zu Tag, Eins ums andre wird uns ausgezogen. All das Glitzern, hat es denn getrogen, All das Funkeln und das Leuchten, sag?
Runen graben sich in Wang und Stirn. Wie Gespenster , die ins Fleisch sich krallten. Gestern jung, sind heute wir die Alten, Spielern gleich, die nächtlich nur verliern.
Eh' wir's merken, ist das Spiel vorbei, Ist der volle Becher leergetrunken; Die Erinnrung selbst im Meer versunken: Hat uns wirklich einst geblüht der Mai?
Nur das eine will nicht werden alt: Unsre Schuld, die mit uns kommt geschlichen Jugendfrisch, da sie noch nicht beglichen. Ist denn keiner, der sie für uns zahlt?
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