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Einmal!
EINMAL WIRD ES SICH ERFÜLLEN, Alles, alles, was wir je ersehnt,
Einmal wirst du unser Dürsten stillen, Gottesbrunn, dann fallen diese Hüllen Von den Augen, drin das Heimweh tränt!
Einmal werden unsre Träume
Übergehn in sel'ge Wirklichkeit: Sie, der Märchen farbensatte Räume Und der Wolkenburgen lichte Heime, Und der Dichterwünsche Leichtigkeit;
Und des Lenzes lichte Fahnen,
Und des Sommers heißes Lustgeschrei, Und des Herbstgolds wehmutsschweres Mahnen, Und des Zwielichts winterliches Ahnen,
Daß der wahre Frühling nahe sei!
Einmal wird die Stunde schlagen,
Da die Tür fällt hinter uns ins Schloß;
Da wir werden in der Freiheit Land getragen,
Da geschlagen wird, der uns geschlagen Und der Mitgefangnen Blut vergoẞ.
Einmal sollen satt sie werden,
Die gehungert nach Gerechtigkeit:
In dem hohen Christusreich auf Erden, Los von der Vergänglichkeit Beschwerden, Und von des Mißverstehens Netz befreit.


