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Sonnenblumen
WO NOCH VOR TAGEN
Öde die harten
Erdschollen starrten,
Stürmten im Wettlauf
Äthergetragen,
Sonnegezogen,
Gütebewogen,
Der Blume mächtige
Leibesprächtige Säulen herauf.
Hungernd nach Liebe, In ahnendem Triebe, Streckt sie verlangend An Schönheit hangend, Um Wärme bangend, Bittend um Segen
Ihr Antlitz der Sonne entgegen.
Sollen alleine
Die Blumen am Raine
Mit Sonne sich letzen?
Müssen mit Fetzen
Des Glücks uns begnügen,
Späne schürfend,
Mangel schlürfend
Aus zerbrochenen Krügen, Wir Menschen allein?
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