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Heimweh
HERR, WO ICH WOHNE,
Weißt Du und weißt es auch: Fern Deinem Throne
Schwelt der Verwesung Hauch.
In der ruhmsüchtigen Prahler Zelten Darf Jesu Lobpreis und Lied nicht gelten.
Mir ist so wehe
Ob ihres Fluchens Fluch.
Aus ihrer Nähe
Dünstet des Aases Ruch.
Lebendgen Leibes sind sie gestorben.
Wehe! Wie ist ihre List verdorben!
Knaben sind müde,
Jünglinge fallen ab.
Tief im Gemüte
Gähnt der Langweile Grab.
Doch sie begehren nach höchsten Dingen,
schwingen.
Und er getraut sich,
Siehe, der Erdenwurm,
Und er erbaut sich
Ragend des Hochmuts Turm,
Daß die Erde den Himmel erstürme,
Blöcke auf Blöcke den Aufruhr türme.
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