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Das Karfreitagsopfer
DU, GROSSER HOHER PRIESTER, HAST
Dich selbst zum Opferlamm gemacht,
Und, was kein menschlich Denken faßt,
Für uns im Tod vollbracht.
Dein Opfer auf dem Hochaltar Hat die Empörer ein für allemal Vollendet zu der Siegerschar
Der Heilgen ohne Zahl.
O Mittler zwischen Mensch und Gott, Der Du in lichter Herrlichkeit gethront, Du hast, o wahrer Mensch und Gott, Hast Deiner nicht geschont.
Gabst Deines reinen Leibes Pracht
Der Glut der Opferflammen gänzlich preis, Dein Mut zerging in Angst und Nacht,
Verdorrt, ein zartes Reis.
Du stürztest
schweigt, Gedanken, schweigt,
In Abgründe der Gottverlassenheit,
Und aus den tiefsten Tiefen steigt Unsre Gerechtigkeit.
O Tausch, so selig wunderbar!
Daß ich einst nicht verlassen sterben soll,
Stirbst Du verlassen; ja fürwahr:
Der Richterspruch erscholl


