In Dir, Herr, bin ich ganz vereinigt Mit Gottes Geist; vom Übermut Des Falles bin ich gar gereinigt,
Das macht Dein rosenfarben Blut;
Und heller noch soll mir erstrahlen
Als aller Diamanten Glanz
Mein Stirnreif; statt der Schande Qualen Drückst Du mir auf des Siegers Kranz.
In Dir, Herr, hab ich überwunden Der Erdbegierden Sklaverei,
Die Hand und Füße festgebunden; Geschmiedet ist der. starke Weih
An Firn und Fels mit Teufelsketten; O höret seiner Ohnmacht Schrei! Denn keine Macht kann ihn erretten; Du brichst das Erz im Nu entzwei.
In Dir, in Dir darf ich vergessen
' Der eignen Frömmigkeit Bemüh’n, Wo wir mit Laufen, Zählen, Messen Im Eifer des Gesetzes glühn.
In Dir bin ich dem Ich gestorben, Das, alt, um alte Ziele ringt.
Du hast das Neue mir erworben, Das in der Gnade Flügeln schwingt.
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