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gust, um dann im Oktober auf 5888 abzusinken. Die Zahl der Krätzekranken bewegte sich im genannten Zeilraum von 50 bis 502, um dann im Herbst wieder auf 131 bzw. 175 zurück- zugehen. Es sei hier eingeschaltet, daß von den eingelieferten russischen Zivilarbeitern etwa neun Zehntel völlig verlaust waren. Aus Furcht, selbst verlaust zu werden, führte die Lager- führung eine Großaktion in den Räumen der Entlausung durch, wozu etwa RM 75000 für das EntlausungsmittelKuprex(4,80 pro Liter) ausgegeben wurden.

Im Krankenbau wurde in den letzten Jahren auch die Be- handlung der weiblichen Häftlinge aus den umliegenden Neben- lägern in Oranienburg (Auer usw.) vorgenommen, weil dort keine Möglichkeit einer ärztlichen Betreuung bestand. Hier die gleichen Bilder der eintreffenden Kranken, wie bei den Männern. Skelette in dünnen fadenscheinigen Kleidern, barfuß in Holz- schuhen, gestützt durch Pflegerinnen, wankten die dem Tode geweihten Opfer über den Appellplatz zum Krankenbau. Toten- tanz der Frauen!

Wer nicht mehr gehen konnte, wurde mit der Karre ins Lager gebracht, auf Schubkarren und zweirädrigen Arbeits- karren, ohne irgendwelche Unterlagen ging der Transport der Schwerkranken vor sich, Gehfähige weibliche Kranke, die zur ambulanten Behandlung in die Zahnstation, zum Verbinden oder Augen- und Ohrenbehandlung mußten, versahen den Dienst als Karrenschieber.

Ohne Rücksicht auf die Witterung ging der Transport vor sich; es gab bei schlechtem Wetter und im Winter keine Decken. Durchnäßt und durchgefroren kamen die oftmals fieber- kranken Frauen im Krankenbau an. Daß manche der Schwer- kranken schon auf dem Transport starben, sei auch hier nur bemerkt. Man bedenke: Lungenkranke mit hohem Fieber bei 90 Grad Kälte auf einer offenen Karre ohne Decken und in dürftigster Bekleidung bedeutete schon im Voraus den sicheren Tod, der von der Lagerleitung gewollt war.

Die ständige Überbelegung des Krankenbaus führte dazu, daß der größte Teil Kranker noch vor ihrer Gesundung wieder in den Wohnblock entlassen werden mußte. So sah man diese Leidensgestalten an Blockwänden entlangtasten als lebende Skelette, die nur noch durch die dürftige Kleidung zusammen-

ehalten wurden, Mühsam hoben diese Elendsgestalten die unteren Extremitäten und streckten sie vorwärts, oder mußten sich rückwärts und seitwärts stützen. Wo die Kräfte nicht ausreichten, und dieses traf bei vielen der Zwangsgesunden zu, brachen sie unterwegs zusammen Totentanz auf dem Wege zur vermeintlichen Gesundung. Alles in allem: Totentanzbilder

aus dem Konzentrationslager, die an Realistik die Totentanz- bilder überboten, welche als Kunstschöpfungen in Straßburg , Bonn , Konstanz , Luzern , Dresden , Lübeck , Basel , Freiburg

usw, bekannt sind,