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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
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sache, daß Högg zur Behandlung ins Revier kam und dort operiert wurde. Hier konnten sich seine politischen Freunde um ihn bemühen. Alles haben sie getan, ihm seine Leidens­zeit erträglich zu gestalten. Doch aus dem einst so lebensstarken und unerschrockenen Kämpfer gegen das Hitler- Regime war ein fast hoffnungsloser Krüppel geworden. Im Februar transpor­tierte man ihn nach dem Vernichtungslager Belsen, von dem er nicht zurückgekehrt ist. Ein Opfer der persönlichen Rach­sucht des Loritz.

Mit den Schiebungen und Verschwendungen des Loritz mußte sich der Sicherheitsdienst und eine Sonderkommission beschäftigen. Als dann jedoch der Pfuhl gar zu stark zu stinken begann, weil höchste und allerhöchste SS - Verbrecher mit darin verwickelt waren, verfrachtete man kurzerhand den Loritz nach Oslo . Über sein Schicksal kursierten mehrere Berichte, von denen man nicht wußte, welchem Glauben zu schenken sei, bis bekannt wurde, daß er nach der Kapitulation in einem bay­rischen Internierungslager gelandet sei.

Wie schon vorstehend aufgeführt, war die Kommandantur stets besorgt, daß von den furchtbaren Zuständen im KZ auch nicht das Geringste an die Öffentlichkeit kam; niemand durfte erfahren, wie die Wirklichkeit dort war. Wenn Zeitungen des Auslandes und die ausländischen Sender Einzelheiten aus den Lägern und einmal recht krasse Fälle von Bestialitäten, Unter­schleifen usw. brachten, so wurden diese Nachrichten stets als ,, Greuelmärchen" abgetan und der allzeit gläubige deutsche Michel war wieder beruhigt.

Inzwischen hatte das Internationale Rote Kreuz erwirkt, daß den Ausländern im Lager Pakete geschickt werden durften und wurden mit diesen Paketen die Norweger , Dänen, Hol­länder, Belgier, Luxemburger , Tschechen, Franzosen und Polen bedacht. In den Paketen der Norweger und Dänen befanden sich vorwiegend Butter, Speck, Wurst und dergl, nahrhafte Dinge, die auch der SS gut mundeten; also wurden diese Sen­dungen regelmäßig bestohlen, sie kamen beschädigt an.

Die Pakete der Franzosen und Belgier, welche zumeist aus der Schweiz gesandt wurden, enthielten als Liebesgabe Schoko­lade, Kaffee, Tee, Kakao, Zucker. Zu hunderten wurden diese Pakete von der braunen Räuberbande systematisch geplündert; Kaffee, Tee, Schokolade und Kakao war von ihnen gestohlen, bevor die Pakete zur Poststelle des Lagers gelangten. In der Kommandantur, vornehmlich im Raum des Rapportführers wur­den die gestohlenen Sachen zusammengetragen, um von hier aus den Weg in die Wohnungen der SS - Führer zu nehmen, damit die SS - Weiblichkeit sich dieser seltenen Genüsse erfreuen konnte. Eine Reklamation war vollkommen ausgeschlossen, denn ein Wort, welches den geringsten Verdacht aussprach, daß die SS; die Paketdiebstähle ausgeführt habe, hätte den Tod des Reklamie­renden bedeutet,

Im Herbst 1942 konnten die Häftlinge in den Briefen ihren Angehörigen mitteilen, daß es erlaubt sei, Strümpfe und Unter­wäsche ins Lager zu senden. Inzwischen war nämlich ein sehr fühlbarer Mangel an diesen Dingen eingetreten. Die Pakete

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