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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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Kohlblätter und Mohrrüben), die Tomaten mit 50 statt 16 Pfg. usw., dann erklärt sich leicht, daß z. B. im Februar 1941 der Kantinenüberschuß mehr als RM 40 000,- zu Gunsten der SS­Kasse betrug. Nun noch zu den Kupplungsverkäufen einige Beispiele der Erpressungen an die hungrigen Häftlinge.

Anfang August 1941 wurden an jeden Block zwanzig Brote. zu 60 Pfg. abgegeben, jedoch nur, wenn rote Rüben gleichzeitig zu einem Überpreis mit abgenommen wurden. Mitte Oktober 1942 kosteten 10 kg Muschelfleisch und zwei Eimer Pellkar­toffeln RM 38,20, ein Eimer abgekochter, gesüßter Maiskolben RM 25,-. Zu Weihnachten 1941 wurde jeder Block gezwungen, 30 Mundharmonikas zu 1,70 RM abzunehmen, Gegenstände, mit denen niemand etwas anfangen konnte. Man stelle sich vor, welch eine Nerventortur es bedeutete, wenn im Lager auf 2000 dieser Maulhobeln die hungrigen Lippen hin- und herglitten, und die Kaumuskeln nichts zu tun hatten, sondern nur den Magen revoltieren ließen.

,, Im Lager kann alles gekauft werden". Dieser Satz fand sich im Kopf eines jeden Briefes, welchen der Häftling an seine Angehörigen in die Heimat sandte. Es mußte der Eindruck erweckt werden, daß der Häftling sich zur Verbes­serung der Lebenslage alles beschaffen konnte, wenn ihm Geld von zu Hause gesandt wurde. Wie schon angeführt, wurden die Waren zu Wucherpreisen verkauft, und zumeist auch noch solche Dinge, die keineswegs zur Stillung des Hungers angetan waren. Was dann wirklich an guten Lebensmitteln in die Kantine kam, wurde von der SS gestohlen.

So holten sich u. a. die SS - Lagergrößen Campe, der ,, Ei­serne Gustav", Novacki allwöchentlich und monatelang Wurst, Speck und Marmelade aus der Häftlingskantine und besaßen obendrein noch die Unverfrorenheit, die dort gestohlenen Zu­taten zur Kuchenbäckerei zu bringen, um sich die delikatesten Kuchen und Torten in der Häftlingsbäckerei( unter der Kan­tine) herstellen zu lassen.

Die den Häftlingen laut Küchenzettel zustehenden Rationen aus Proviantraum und Küche wurden von der SS gleichfalls in ausgedehnter Weise gestohlen. Einer der übelsten Gauner war der Küchenchef selbst, der Hauptscharführer Rackers. Am 27. 3. 1942 wurde eine der größten Schiebungen aufgedeckt. Wagenweise hatte er den Häftlingen gestohlene Lebensmittel, vor allem Fettigkeiten und Nährmittel, Zucker, Mehl, Wurst, Fleisch, Kartoffeln in seine Wohnung schaffen lassen, wo sie im Schwarzhandel an die Schieber verkauft wurden. Zu die­sem Schieberquartett zählten noch der Chef des Häftlings­proviantraums, der SS- Oberscharführer Pöhlmann, der SS- Ober­scharführer Birke von der Heizung und der SS- Hauptschar­führer Landgräber, dem die Gärtnerei und der Schweinestall unterstand.

Für die Kranken gekochte Diät, wie Haferflocken, Nudeln, Reis und Grieß in Milch kam nur in verschwindend geringen Mengen zu den Magenkranken und jenen Schwachen, für welche diese Kost bestimmt war. Rackers hatte sich unter der Häft­lingsküche seinen privaten Proviantraum und einen Kaninchen­

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