5. Alle mir abgenommenen Gegenstände habe ich zurückerhalten. Ersatzansprüche kann und werde ich nicht stellen.
6. Ein Zwang ist bei Abgabe dieser Erklärung nicht auf mich ausgeübt worden.
7. Mir ist aufgegeben, mich bei meiner Rückkehr sofort bei der.... Polizei zu melden.
Daß jeder der Entlassenen diese Erklärung bewußt gegen seine innere Überzeugung unterschrieb, braucht nicht betont zu werden, wußte er doch, wenn er sich weigerte, diese Erklärung zu unterschreiben, daß er niemals zur Entlassung kam. Er verzichtete auf die ihm von der SS gestohlenen Wertsachen, Uhr usw. und bestätigte, alles erhalten zu haben. Wer zum Krüppel oder Invaliden im KZ geworden war und trotzdem zur Entlassung kam, bestätigte ebenfalls, keine körperlichen Schäden erlitten zu haben.
Es sind Fälle zu verzeichnen gewesen, wo ein Häftling durch Unglücksfall eine Hand verlor oder ihm die SS ein Auge ausschlug. In solchen Fällen hatte er seinen Angehörigen die wahrheitswidrige Erklärung abzugeben, daß ihm schon vor Einlieferung in das Lager ein Unfall zugestoßen und er im Krankenbau deswegen behandelt worden war.
Wenn Schwerkranke, denen man nur noch einige Stunden Leben voraussagen konnte, einen Gruß an ihre Angehörigen schrieben oder schreiben ließen( wenn sie nicht mehr zum Schreiben fähig waren), so mußte diese Mitteilung den Satz enthalten, daß es dem Betreffenden gesundheitlich gut ging. In nicht wenigen Fällen kam die telegraphische Todesnachricht der Lagerführung wochenlang yor dem Brief des Verstorbenen in die Hände der Familie.
Als zentral in der Nähe Berlins gelegenes Lager hatte Sachsenhausen ständig ,, Hohen Besuch" von führenden Faschisten aller Länder, Zivil , Militärs und Nazikoryphäen in phantastischer Kriegsbemalung; oftmals glichen diese Besuchergruppen dem Ausschnitt aus einem Karnevalszug oder im Hinblick auf den übermäßigen Ordensbehang einem wandelnden Klempnerladen, nach dem Vorbild des Klempneroberinnungsmeisters Hermann Görings. War ein ganz vornehmer Besuch in Aussicht, so kam schon am Tage zuvor Befehl, alles auf das vorteilhafteste zu säubern und vorzubereiten, damit der Eindruck bei den Besuchern der denkbar beste war. Das Lagerreinigungskommando mußte Papierreste sammeln, den Appellplatz harken und in den unmittelbar am Platz liegenden Wohnbaracken mußte alles auf Draht sein, denn nur in diese Baracken wurden die Besucher geführt. Nur die Kulisse wurde gezeigt; bei einem Blick hinter die Kulissen hielten die Zustände der Kritik nicht stand.
Beim Eintritt durch das Tor präsentierten sich den Besuchern an den Stirnseiten der Baracken des ersten Ringes in etwa meterhohen Buchstaben: ,, Es gibt einen Weg in die Freiheit! Seine Meilensteine heißen: Fleiß, Gehorsam, Ehrlichkeit, Sauberkeit, Gerechtigkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfer
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