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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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trug und ins Revier kam. Kaum wieder hergestellt, wurde er erneut weiteren Mißhandlungen in der SK ausgesetzt. Als er sich am 1. Mai den Arm im Revier verbinden ließ, sagte er zu einem unserer Kameraden: ,, Jetzt muß ich beten lernen". Eine Stunde später hatte sich Sekanina erhängt, weil er die Tortur, die von neuem begonnen hatte, nicht zu ertragen vermochte. Als weiteren Opfers sei in diesem Zusammenhang noch Walter Zipfels gedacht. Ihn hatte man zum ,, Klinker" geschickt und ihn dort mit Hilfe krimineller BVer, also Häftlingen ,, fer­tig" gemacht. Nicht weniger als fünfmal wurde der ohnehin körperlich schwache Zipfel in den Hohenzollernkanal geworfen. Als er abends vom Klinker ins Lager zurückkam, vermochte er sich kaum auf den Füßen zu halten. Er wurde von Kame­raden entkleidet und mit trockener Wäsche versehen. Der Körper war blutunterlaufen, der Mund geschwollen, alles Folgen der erlittenen Schläge und Fußtritte. Am 24. April 1940 erlag Walter Zipfel seinen Verletzungen.

Ständig von Gefahren umlauert, wurden an die Nerven der illegal tätigen Politischen höchste Ansprüche gestellt. Waren es nicht die Spürhunde der SS, so ihre Handlanger, die ge­dungenen Spitzelhäftlinge, welche immer wieder in die Po­litische Abteilung eingeschoben wurden, bzw. denen es gelang, sich durch Dienste bei der SS beliebt zu machen, um auf diese Weise zur Politischen Abteilung zu kommen. Der wegen krimineller Dinge elfmal vorbestrafte Sudetendeutsche Josef Lammel aus Schreckenstein bei Aussig gehörte mit zu dieser Sorte. Durch Schiebungen aller Art mit den in der Politischen Abteilung( Kommandantur) tätigen Scharführern Jude, Wiegand, Eilers, Clausen, Schnepper, Erdmann und anderen gelang es Lammel, sich zum Vorarbeiter aufzuschwingen, um Erpres­sungen aller Art, namentlich an den tschechischen Studenten auszuüben. Weiter versprach er, gegen entsprechende Geld­summen, seinen Einfluß geltend machen zu wollen, daß die Geldgeber bald zur Entlassung kämen, worauf ein Häftling überhaupt keinen Einfluß hatte. Als Lammel dann noch alte politische Kämpfer, wie bereits unter ,, Rote Kuhle" erwähnt, denunzierte, und diese ins Vernichtungslager Flossenburg trans­portiert wurden, war das Maß der Geduld zum Überlaufen voll. Die von Lammel verübten Erpressungen wurden dem Chef der Politischen Abteilung, SS- Hauptscharführer Schleef, vorgetragen, von dem bekannt war, daß er zu den wenigen SS - Führern im Lager zählte, die jeder Mißhandlung und Ungerechtigkeit gegen die Häftlinge abhold waren.

Inzwischen hatte sich Lammel noch erneut schwerer Miß­handlungen von Mithäftlingen schuldig gemacht, darunter einen Fall, der den früheren Bahnhofswirt Krüger aus Rostock betraf. So waren die Vorbedingungen gegeben, diesen Denunzianten zu stürzen, und er stürzte. Zunächst wurde ihm das körperliche Arbeiten beigebracht, was er so manchem Politischen im ,, Klin­ker" verschafft hatte. Später wurde er mit einer Baubrigade abgeschoben, und man hat nichts mehr von ihm gesehen. Un­verbürgten Nachrichten zufolge ist er unterwegs. ,, erledigt" worden; denn das Lager schrieb seine eigenen und strengen Gesetze, nach denen die Häftlinge handelten und vollzogen.

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