Druckschrift 
Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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Name, geb. 1901, Sohn eines Bergwerks- und Hüttenbesitzers, der sich mit der Ausbeutung des Quecksilbervorkommens be­faßte. Olitzka, der die Nr. 41 191 erhielt, hatte sich vorge­nommen, nicht etwa alle Parteien unter einen Hut zu bringen, wie es Hitler vorschwebte, als er die NSDAP gründete, nein, Olitzka wollte sämtliche Religionsgemeinschaften, Sekten usw., angefangen bei den evangelischen und katholischen Glaubens­anhängern über die Anhänger des Islam, des Talmud, Kon­ fucius , Buddhismus , sowie der sonstigen asiatischen Religionen bis zu den Bibelforschern in einer einzigen Religions- oder Glau­bensgemeinschaft vereinen. Er hatte nach seinen Angaben darüber eine Schrift verfaßt: Wahres Christentum in heutiger Auffassung.

Mit seinem Vorhaben gelangte er nach Berchtesgaden , wo er Hitler einen Vortrag halten konnte, der jedoch bald abgebrochen wurde, weil Adolf befürchtete, daß ihm ein unangenehmer Konkurrent erwachsen könne, als Olitzka ausführte, daß er dann selbst Religionsminister werden möchte, eine Stellung also, die den Papst in Rom in den Schatten stellen würde. Das wurde Adolf zu viel; er drückte auf den Knopf, worauf der Papst aller Päpste in spe abgeholt und zunächst in eins der Gästehäuser gebracht wurde. Hier durchsuchte man seine Sachen auf das gründlichste und nahm ihm seine neue Ein­heits- Religions- Bibel ab. Dann durfte er, mit Reiseverpflegung versehen, wieder nach Berlin fahren, wo sich nach einiger Zeit die Gestapo seiner annahm, und er zunächst im Polizei­präsidium am Alexanderplatz Quartier bezog als Gefangener selbstverständlich. Von dort kam der neue Messias Hans Olitzka ins KZ, wo er nach Durchwanderung aller möglichen Arbeits­kommandos, körperlich und seelisch gebrochen, im Krankenbau landete. 1943 ist er dort der Tuberkulose erlegen, und Hitler brauchte ihn nicht mehr als Rivalen zu fürchten.

Ronzentrationslager Sachsenhausen

Oranienburg bei Berlin

Auszug aus der Lagerordnung:

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Pfingsten 1941.

Der Tag der Entlaffung hann jegt noch nicht anges geben werden. Besuche im Lager sind verboten. Anfragen find arvedilos.

Jeber Häftling darf im Monat 2 Briefe oder Postkarten empfangen und absenden. Eingehende Briefe dürfen nicht mehr als 4 Seitem 15 Zeilen enthalten und müffen übersichtlich unb qut lesbar fein. Batete jeglichen Inhalts find verboten. Beldsens dungen sind nur durch Postaniveifung sulaffig, deren Abschnitt nur Vor, Zuname, Geburtstag, Häftlingsnummer trägt, jedoch keinerlei Mitteilungen Weld, Fotos und Bildereinlagen in Briefen find verboten. Die Annahme von Bost sendungen, die den gestellten Anforderungen nicht entsprechen, wird verweigert. Unübersichtliche, schlecht lesbare Briefe wverden vernichtet. Jm Lager hann alles gekauft werden Nationalsozialistische Zeitungen find sugelaffen, milffen aber vom Häftling felbft im Ronzentrationslager bestellt werden Der Lagerfommandant.

Briefkopf vom KZ.

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