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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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litischer führender Köpfe betrieb und zum Dank für geleistete Arbeit aus dem KZ entlassen wurde. Als Schutzhäftling wurde unter Nr. 44 384 der Albert N. eingewiesen mit 16 Vorstrafen von insgesamt 25 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Gefängnis wegen ausschließlich krimineller Verbrechen( 11. 7. 1942). Der Berufsverbrecher Friedrich R.( 57 729) mit gleichfalls 16 Vor­strafen, getarnt mit dem roten Winkel der Politischen , betätigte sich als Handlanger der Lager- SS.

An dieser Stelle möchte ich noch einen Fall einschalten, der die Ermordung eines Angehörigen der SPD , betrifft, dem die Gabe des zweiten Gesichts eigen war. Es betrifft den Schutz­häftling Otto Schmidt( 13 534), der 1939 ins Lager kam und im Zellenbau untergebracht war. Schmidt hatte den Nazis ihren Untergang prophezeit. Aus Krankheitsgründen kam er vorüber­gehend ins Staatskrankenhaus Berlin , von wo er der Gestapo einen Brief des Inhalts übergab, daß er ,, Hellseher" sei und gesehen habe, wie der SS- Hauptscharführer Ettlinger im Zellen­bau zwei Morde verübt habe, die der Kommandant Loritz ver­tuschen wollte. Das ,, Hellsehen " war Wirklichkeit, die Morde wurden begangen, als Schmidt im Staatskrankenhaus war. Um vor weiteren unliebsamen Hellsehen sicher zu sein, wurde Schmidt ohne Urteil am 20. 10, 1942 gehängt..

Am 25. 7. 1942 kamen 244 französische Grubenarbeiter aus dem Departement Pas de Calais ins Lager, weil sie gegen die ungenügende Entlohnung demonstrierten. Bei der sog. Luna­Aktion hatte die Gestapo 1603 Franzosen eingefangen, die am 25. 1. 1943 eintrafen. Politische und Kriminelle durcheinander. Von Tunis holte man Anfang April 1943 45 Franzosen per Flug­zeug nach Neapel ; auch sie landeten am 6. 7. 1943 in Sachsen­hausen. Es waren meist Intellektuelle, darunter einige Ärzte. Kurz zuvor kam Pierre Chautemps( 59 030), der Bruder des französischen Ministerpräsidenten, ins KZ, weil er englische Sen­der gehört hatte.

Der Sohn des holländischen Flugzeugkonstrukteurs Fokker kam ins Lager, weil man ihn bezichtigte, die holländische Kö­nigsfamilie nach England geflogen zu haben, und er in Verdacht stand, weitere prominente Holländer nach dort folgen zu lassen.

Eine besondere Gruppe bildeten die ,, Erziehungsstürmer", in der Lagersprache ,, Knochenmänner" genannt und die ,, SAW"- Leute( Sonder- Aktion Wehrmacht ), im Lagerjargon ,, Soldaten­auswurf". Mit beiden Gruppen war kein Staat zu machen. Die ,, Knochenmänner", kenntlich an abgetragenen SS- Uniformen mit Spiegeln( zwei übereinander liegenden Beinknochen), erhielten zumeist Druckposten wie Lagerfeuerwehr usw., damit sie wieder zu brauchbaren(!!) fronttüchtigen SS - Leuten erzogen würden. Zumeist waren sie im KZ wegen Kameraden- Diebstahls und dergl. Delikte. Auch die ,, SAW"-Leute waren allermeist wegen Kameraden- Diebstahl im Lager, um gebessert zu werden. Bei beiden Gruppen konnte nur festgestellt werden, daß die Besse­rungsbemühungen durchweg negative Resultate aufwiesen.

Dieses Kapitel möchte ich mit der Schilderung eines Man­nes abschließen, der ins Lager kam, weil er die Position Adolf Hitlers als Führer erschüttern könnte. Hans Olitzka war sein

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