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Zwölf Jahre Nacht : mein Weg durch das "Tausendjährige Reich" / von Heinrich Lienau
Entstehung
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Wegen Verächtlichmachung des deutschen Grußes kam Fer­dinand Klement( 40.983) eines Tages bös an. Was er sich ge­leistet hatte, konnte nur durch einen KZ- Aufenthalt und ent­sprechende ,, Erziehung" gesühnt werden. Hören wir seine Fre­veltat: Anläßlich einer Naziveranstaltung grüßt alles erhobenen Armes ,, Heil Hitler", und dieser Klement wagt es, diesen Gruß akt durch einen unverschämt lauten Pf... zu diffamieren.

Doch nicht nur durch solche Missetaten allein konnte das Nazistaatsgefüge Schaden leiden, nein, es gab tausenderlei Dinge, an die niemand dachte. Meistens genügte schon der Verdacht staatsfeindlicher Tätigkeit. Zu diesen stark Verdächtigen gehörte. der Tiroler Kajetan Schörghofer( 41 481), den ein anderer Häft­ling hukepack in die Politische Abteilung bringen mußte, weil ihm beide Beine amputiert waren. In seiner Tiroler Heimat bediente sich der bedauernswerte Krüppel eines Selbstfahrers, der es ihm erlaubte, eine kommunistische Tätigkeit als Flugblatt­verteiler auszuüben(!!) Er hat das Lager nicht lebend ver­lassen, sondern endete auf einem Krankentransport ,, Kräuter­garten" bezeichnet, durch Giftgas.

Die Begünstigung von Juden, ja sogar schon ein flüchtiger. Gruß mit Juden genügte, jemanden ins KZ zu bringen. So erging es Heinrich Gerlach( 53 802), weil er einem Juden das Besohlen von einem Paar Schuhe ermöglichte. Das Befördern von jü­dischem Reisegepäck kostete einem Kofferträger das KZ und wegen Kaffeetrinkens im öffentlichen Lokal und Zusammen­sitzen mit Juden kamen nicht wenige Sünder hinter Stachel­draht. Schlimm stand es mit den ,, Rasseschändern". Der Halb­invalide Theodor Straßer, 56 Jahre alt, war einer 65jährigen gelähmten Jüdin behilflich beim Einkauf und sonstigen häus­lichen Handreichungen. Seit sechzehn Jahren hatte er die alte Frau betreut, bis die Nürnberger Gesetze ihn eines anderen be­lehrten. Er ließ sich nicht belehren und mußte daher ins K.Z, nachdem er zuvor schon einige Wochen im Arbeitslager Wuhl­heide über diese ,, Rassenschande" nachdenken konnte.

Das Verbreiten von Greuelmärchen und das Untergraben der inneren Front zählten mit zu den KZ- würdigen Verbrechen. Das Weitererzählen von Verbrechen, welche im KZ begangen wurden, wurde als Greuelmärchen angesehen. Max Bandusch ( 37 602) mußte es erfahren, weil er wahrheitsgemäß nach seiner Entlassung aus dem KZ von dem Leichenverbrennen im KZ erzählt hatte. So kam er als ,, Rückfälliger" wieder hinein und wurde dort jämmerlich von der SS verprügelt.

Hier die Akten eines Fernschreibens aus den Akten der Kommandantur:

Berlin . 139. 830 3. 9. 41. 15,40 NU.

An die Gestapo - Leitstelle in Prag ...

Betr. Schh, gegen Anton Schreiber, geb. 24. 3. 07 in Ritschau. Vorgang dort, Bericht vom 4. 8. 41. Roem, 2 D H Nr. 19 280. Für den Obengenannten ordne ich hiermit Schutzhaft bis auf weiteres an. Haftprüfungstermin 1. 12. 41. Schutzhaft­befehl ist wie folgt festzustellen:

Indem er durch seine Betätigung als Gesundbeter einen ungünstigen und unheilvollen Einfluß ausübt, damit er­

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