die Menschenvernichtungsanstalten schufen und sich den trau- rigen Ruhm als die größten Verbrecher aller Zeiten und Völker sicherten. Sie haben ihre Vorbilder: Nero, den Hunnenkönig Attila und den größten aller asiatischen Despoten, Dschingis Chan weit in den Schatten gestellt. Den Grundsatz dieses mon- solischen Barbaren, niemals milde zu sein, blühendes Land und Städte zu zerstören, alle erreichbaren Schätze und Kunstgegen- stände zu rauben und die Menschen auszurotten, nahm Hitler mit seinem Anhang zur Richtschnur. Während die Geschichts- schreibung über Dschingis Chan mehr als fünf Millionen Todesopfer verzeichnete, hat der Hitlerkrieg, nach bisheriger Schätzung mehr als 30 Millionen Menschenopfer gekostet, da- von über 11 Millionen Ermordete in den Konzentrationslägern.

Das Konzentralionslager Sachsenhausen gehörte zum Stadt- bezirk Oranienburg , 30 km nördlich Berlin an der Nordbahn gelegen. Auf gerodetem Boden des Stadtforstes Sachsenhausen wurde es in den Jahren 1934--1938 errichtet; Häftlinge fron- deten hier unter der Knute der SS. Neben Dachau und Bu- chenwald gehörte Sachsenhausen zu den Hauptlägern. Durch die Nähe Berlins wurde Sachsenhausen zu einem Zentrallager und wies ständig Besichtigungen durch führende Nazis, Militärs und Vertreter fremder Nationen auf. Prominente Gefangene wurden von dem Hausgefängnis des Reichs-Sicherheits-Haupt- amtes in Berlin nach hier überführt. Namenlos wurden sie in den Zellenbau eingeliefert und schon nach kurzer Zeit endeten sie unter den Kugeln der SS oder in der Gaskanımer. Im Rapport wurde am Schluß nur die Zahl der Opfer vermerkt: Von der Lagerstärke abgesetzt............ Häftlinge. Die bereits im Reichssicherheits-Hauptamt(RSHA ) in Berlin , Prinz-Albrecht- Straße 8 Ermordeten wurden in versiegelten Transportkisten direkt zum Krematorium gebracht und konnten im Rapport zahlenmäßig nicht erfaßt werden.

Hinsichtlich der Grausamkeiten, der Massenmorde usw, steht Sachsenhausen keineswegs hinter Dachau und Buchenwald zurück. Die folgenden Kapitel vermitteln dem Leser einen Ein- blick in die Stätten des Grauens und Entsetzens. Die auf den Ordensburgen erhaltene Schulung in sadistischen Quälereien und allen erdenklichen Mordtaten hat die entmenschte SS in den Konzentrationslägern praktisch ausgewertet. Die Folterknechte und Scharfrichter als Nachrichter der mittelalterlichen Straf- justiz waren Waisenkinder im Vergleich zu der SS-Wachmann- schaft in den KZ. Die Blutdürstigkeit dieser Nazi-Vampire steigerte sich, je mehr und je schneller das Dritte. Reich seinem Verfall entgegenging. Die großen Vernichtungslager Bel- sen und Auschwitz haben der Kulturwelt unverhüllt gezeigt, wie entartet die Gefolgsmänner der nazistischen ‚‚Herrenmen- schen waren.

Die Menschheit neigt sehr leicht zum Vergessen, selbst wenn sie das Furchtbare hat erdulden müssen; in den Kreisen der Nazifreunde, auch solche gibt es heute noch, ist man ständig versucht, selbst die gemeinsten Verbrechen gegen die Mensch- lichkeit in Abrede zu stellen oder zu bagatellisieren. Wer dieses Buch aus der Hand legt, für den wird es kein Vergessen geben;

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