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zeigte sich, daß G., der eine gewisse Autorität unter den politischen Gefangenen genießt, einen nachteiligen Einfluß auf die Kursusteilnehmer ausübt. Durch verfängliche Frage­stellungen versuchte er mich abzutasten( wörtlich!), wäh­rend er durch Zwischenbemerkungen oder auch nur durch Gesten wie Kopfschütteln, Achselzucken und Lachen den übrigen Gefangenen seine Ansichten mitzuteilen trachtete. Bei der Besprechung der nationalsozialistischen Volks­wohlfahrtsorganisation in der letzten Unterrichtsstunde hat er offen erklärt, daß der Führer seine Versprechungen dem Ich deutschen Volke gegenüber nicht gehalten habe. mußte ihn daher aus dem Schulunterricht entfernen und beantrage, da ich ihn für einen unbelehrbaren Fanatiker halte, seine Verbringung in Einzelhaft."

Leider ist mir die wörtliche Wiedergabe des Berichtes nicht möglich, da die Zuchthausverwaltung in Hameln auf Anordnung des Generalstaatsanwaltes in Celle eine Ein­sichtnahme in meine Akten verweigerte. Dies geschah im Februar 1946!

Die unmittelbare Folge des Berichtes war meine Ver­setzung in Einzelhaft, welche ich erst drei Jahre später verlassen werde. Entzug jeglicher Lektüre und Stellung unter besondere Kontrolle.

Mir wurde klar, daß es nun an der Zeit sei, abzureisen.

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