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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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geplant war. Die Erlebnisse der Evakuierten waren zum Teil so schreck­lich, daß man annehmen muß, daß auch in dieser Stunde die Faschi­sten ihre Einschätzung des menschlichen Lebens nicht geändert haben und daß es doch das beste ist, sich auf die eigenen Waffen zu stützen. Die amerikanischen Panzerspitzen und die Jabos über dem Lager, die vorhandenen Waffen zum Gebrauch bereit, so wäre jede aggressive Handlung der Faschisten scharf zurückgewiesen worden. Gleichzeitig mit dem Erscheinen neuer Jagdbomber um 11.45 Uhr ertönte die bis­her nur probeweise benutzte Feindalarmsirene. SS - Leute rannten herum und suchten von ihrem Raubgut zu retten, was sie nur konnten. Der Kommandant Pister war schon vorher mit seinem Mörderstab ab­gefahren und um 12.10 Uhr hörten die Häftlinge zum letztenmal die verhaßte Stimme des Rapportführers Hofschulte: ,, Sämtliche SS­Leute aus dem Lager!" In Hochspannung verrannen die letzten Minu­ten. Langsam kreisten in geringer Höhe Aufklärer. MG.- Salven knat­terten unaufhörlich.

Dazwischen hörte man die Abschüsse aus Panzerkanonen. Der Kampflärm wurde immer deutlicher. Auf Dächern und auf jedem er­höhten Platz standen Häftlinge und sahen ins Tal hinab. Scherenfern­rohre tauchten auf und man suchte festzustellen, ob die Kampfhand­lungen in Hottelstedt, einem etwa 1 km vom Lager entfernten Dorf, klar ausgemacht werden konnten. Die Mühle brannte. Das war die Ostseite. Also schossen die Deutschen dorthin und demzufolge mußten die Amerikaner im Dorf sein.

Um 14 Uhr marschierte eine Kompagnie SS - Reserve in Richtung Front, bog dann aber ab, um sich in Richtung Osten ,, abzusetzen". Panzerfäuste waren auf den Türmen verteilt. Um das Lager herum wurde noch immer gewühlt, um Löcher für die Panzerspitzen zu schaf­fen. Da krachte es im Wald. Hinter dem Wald gingen große, schwarze Rauchpilze hoch. MG.- Schüsse gellen auf, Tiefflieger schießen zur Erde. Das müssen flüchtende Panzer sein!

Wie vom Fieber geschüttelt liegen die bewaffneten Stoßtrupps des Lagers hinter Hügeln, zum Sturm auf den Zaun bereit. Noch immer kein Befehl zum Eingreifen. Im oberen Kommandanturbereich ist es noch ruhiger. Jemand ruft die Posten von den Türmen. Zwei SS­Russen drücken sich aus der Feuerlinie. Ein russischer Häftling ruft ihnen zu, die Waffen wegzuwerfen. Sie tun es. Der Sturm bricht los. An fünf, sechs Stellen wird der Zaun zerrissen. Schüsse fallen in näch­ster Nähe. Über den Appellplatz rast eine Gruppe von Bewaffneten.

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