Wir lassen uns nicht evakuieren
Das war allerdings leichter gesagt als getan. Der Kommandant, SSOberführer Pister, der die Stimmung im Lager ahnte, versuchte, uns Sand in die Augen zu streuen und unsere Wachsamkeit zu täuschen. Er rief eines Tages alle reichsdeutschen Häftlinge zu einer Versammlung zusammen. Dort versicherte er uns bei seinem ,, Ehrenwort als Offizier", daß das Lager nicht evakuiert werde und niemanden von uns etwas geschehen würde. Im Gegenteil, er würde bis zum Schluß bleiben und das Lager den Amerikanern unversehrt übergeben. Nur ganz wenige unverbesserliche Optimisten fielen auf diesen Dreh herein. Der übergroße Teil von uns aber hörte diesen Versicherungen mit einem ungläubigen Lächeln zu, wir kannten ja die SS - Führung und ihre Versprechungen.
Wenige Tage nach dieser Versammlung wurde plötzlich der Befehl, das ganze Lager zu evakuieren, bekannt.
Jetzt wurde es ernst. Jetzt galt es, unseren Beschluß, uns nicht evakuieren zu lassen, in die Tat umzusetzen. Noch konnten wir es nicht auf einen offenen Aufstand und eine Meuterei ankommen lassen. Noch standen rund ums Lager 3000 bis an die Zähne bewaffnete SS - Leute. Noch waren die amerikanischen Truppen nicht nahe genug am Lager, sie standen mit ihren Spitzen immer noch rund 100 km vom Lager entfernt in der Gegend zwischen Erfurt und Gotha . In diesen kritischen Tagen wurde nun auch noch die Bewachungsmannschaft von 3000 auf 5000 gesteigert. Auf allen Wachtürmen rund ums Lager standen wieder schwere Maschinengewehre. In dreifach gestaffelter Postenkette standen die SS- Bewachungsmannschaften mit Maschinenpistolen, Karabinern, Handgranaten, Panzerfäusten und teilweise sogar mit Flammenwerfern um das Lager und auf den bewaldeten Hängen des Ettersberges. Ja, sogar der Volkssturm der umliegenden Dörfer war zur Verstärkung mobilisiert.
So war die Lage, als am 4. April die ersten Evakuierungen begannen.
Was sollten wir tun?
Fürs erste beschlossen wir zu sabotieren, passive Resistenz zu üben, die Evakuierung nach Möglichkeit zu verschleppen. Wir hatten dazu die Möglichkeit, da ja alle Organe, auf die sich die SS - Lagerführung bei der Evakuierung stützen mußte, wie z. B. die Lager ältesten, die 104
Schreib in jahre Antifas
war vor
ein Gew Am
forderu
,, Alle
Jetzt
das Lag
Leer
Wertvo
jeder S solche
trations
die jetz
war, lie
Lager z
linge, d
flößten
Also
spreche
beschlo
men la
Kamer
den, di
racke f
ein. Di
war ins
racken
großer
ten Ko
Knüpp
derte J
des Hä
gelang die offe
sich in menget


