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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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und arbeitenden ,, Nationalkomitee Freies Deutschland " in Leipzig . Sie sprachen mit ihnen über unsere Einschätzung der Lage und die Aufgabestellung und brachten uns die in Leipzig illegal erscheinenden Flugblätter ins Lager. Die Initiatoren und Organisatoren des unter­irdischen antifaschistischen Kampfes in Leipzig waren zum Teil Ka­meraden, die 1939 und 1940 dem Buchenwalder antifaschistischen Ak­tiv angehört hatten, dann entlassen worden waren und gemäß den Lehren und Erfahrungen von Buchenwald die unterirdische Tätigkeit in Leipzig fortsetzten und erweiterten.

Rudi Jahn , Leipzig , Buchenwald - Häftling Nr. 5495

Die letzten Tage vor der Befreiung Buchenwalds

Die Zeiten in Buchenwald sind immer schwer gewesen, aber die letz­ten Tage haben den Antifaschisten mehr Nervenkraft gekostet als all die Jahre zuvor. Während seiner langen Haft hatte jeder die ganze Verworfenheit der SS kennengelernt und mußte jetzt, in Anbetracht der Verschlechterung der Lage auf den Kriegsschauplätzen, den von Goebbels angekündigten großen Krach erwarten, mit dem jener die Tür der Geschichte zuschlagen wollte, wenn die Nationalsozialisten ab­zutreten gezwungen wären. Die letzten Monate hatten offensichtlich gezeigt, daß der Nazistaat im Zusammenbrechen war. Überall sah man Erscheinungen der Zersetzung, und die breiten Volkskreise begannen zu erkennen, daß das ,, Dritte Reich " ausgelebt habe. Auch im Lager war die Stimmung so, daß man jeden Tag ,, mit etwas rechnete". Was dieses ,, etwas" sein könnte, darüber waren sich die Häftlinge im all­gemeinen nicht im klaren, und die verantwortlichen Funktionäre hatten alle Hände voll zu tun, um aufzuzeigen, daß man keineswegs das Recht habe, leichtsinnig zu werden, daß vielmehr mit allen mög­lichen Schurkereien zu rechnen wäre. Sie hatten aus ihren eigenen Er­fahrungen richtigerweise die Lehre gezogen, daß man selber etwas tun müsse. Der Abwehrapparat war fest organisiert und die kleinsten Er­eignisse wurden immer wieder auf ihre Bedeutung für das Lager unter­sucht.

Die widersprechendsten Anordnungen wurden von der Lagerfüh­rung gegeben. Zuckerbrot und Peitsche wechselten ab. Bereits einige Monate vor dem nahenden Zusammenbruch wurde der Versuch unter­

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