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massenweise den Tod im elektrischen Draht suchten, in der Latrine ertranken oder spurlos verschwanden. Die Politische Abteilung war gezwungen, die unbekannten Toten besonders zu numerieren und die Photos dieser Leichen an alle möglichen Gestapostellen zu schicken, um sie durch Nachfrage haltende Angehörige identifizieren zu lassen.
Die Juden der Rathaktion waren noch gar nicht ganz zum Lagertor hereingeprügelt worden, als bereits das Schröpfen im großen Stil be- gann. Der Chef der Effektenkammer und Vertraute des damaligen Lagerkommandanten Koch, SS-Hscharf. Gotth. Michael, erschien mit einer großen Aktentasche, einigen Listen und einem Tischehen und begann,„‚für wohltätige Zwecke“ zu sammeln. Tagesdurchschnitt bei diesem einträglichen Geschäft waren etwa 50000 RM. Mehrere Tage das Geschäft fortgesetzt, brachte den Herren dann die Sorge, wie der warme Regen auf den Bankkonten ihrer Schwiegerväter oder Frauen unterzubringen wäre. Wie Koch und Michael mit dem Geld verfuhren, blieb den übrigen SS -Leuten unbekannt, sie konnten es nur ahnen. Aber sie hielten sich natürlich auf ihre Art schadlos. i
Noch keine drei Tage waren vergangen, als Michael und der Leiter der Fahrbereitschaft, SS-Oberscharf. Meyer, ein neues Ding drehten. Sie gingen zum Mikrofon:„„Baracken 1-5a herhören! Alle Besitzer von Kraftwagen , Baujahr 1938 sofort zum Tor!“ Die glücklichen Wagen- besitzer traten in zwei Gliedern an und gaben dazu beauftragten Häft- lingen Type, Wagennummer, Standort usw. an. Die SS waren alles „fixe‘‘ Jungens. Es dauerte auch gar nicht lange, bis ein Klassewagen nach dem anderen seinen Besitzer wechselte. Die Entlassung dieser Juden wurde davon abhängig gemacht. Schwierigkeiten entstanden keine, da selbst ein Notar mit dem Davidstern sofort bei der Hand war, der die Kaufverträge entwarf. Michael, Meyer, SS -Ostuf. Hermann Hackmann waren die ersten Käufer. Kaufpreise verblüffend niedrig! Wagen, die bis zu 10000 RM gekostet hatten, gingen für ein Butter- brot weg. Hackmann, genannt Jonny, war zu dieser Zeit Lagerführer. Diese Stellung machte ihn zu einem kleinen Krösus. Seine Brieftasche schwollin überraschend kurzer Zeit an. Ein Beispiel mag verdeutlichen, wie man mit Häftlingseigentum umging. In der Rapportführerstube wollte ein Transportführer von der Polizei Geld und Wertsachen für Zugänge aus dieser Judenaktion übergeben. Er verlangte Quittung. Jonny lehnte ab, mit den Worten:„Kommt gar nicht in Frage. Rekla- mationen gibt es bei uns nicht. Da wird der Mistvogel gerufen, und wenn ihm etwas nicht paßt, bekommt er den Arsch voll“. Die Gestapo
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