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uns in klirrender Kälte der Schweiß in Strömen gelaufen ist. Wehe dem, der es wagte, einmal seinen schmerzenden Rücken aufzurichten, um zwischen zwei Atemzügen zu verschnaufen, schon saß ihm der Gewehrkolben oder der Stiefel eines SS-Postens im Kreuz. Oder wir mußten Zentnerlasten schleppen. Wie Tiere sind wir, beladen mit Planken, Brettern und Steinen, durch den knöcheltiefen Schlamm ge- watet. Riesige Stämme hundertjähriger Buchen haben wir transpor- tiert. 20 bis 30 Mann an einem Stamm. Wie Tausendfüßler bewegten sich die Kolonnen durch Schlamm und Schmodder. Links, zwei, drei, vier. Mit gebeugtem Rücken, unter der wuchtenden Last ächzend, links, zwei, drei, vier. Wer bei der Arbeit auffiel, wurde am Abend dafür bestraft. Wenn er„Glück“ hatte, ging er über den ‚‚Bock‘“ und bekam seine 25 Stockhiebe auf das nackte Gesäß. Die Peitschenschläge zerrissen zwar das Fleisch, daß man weder sitzen noch liegen konnte, aber man hatte es hinter sich. Was machten die Wunden schon aus, man hatte derer ohnehin schon genug. Meist aber hingen die Opfer am Baum. Das war das Schlimmste. Die Hände wurden auf den Rücken gefesselt, die Arme nach hinten hochgezogen, und so wurde der Unglückliche an den Baum gehängt. Stundenlang. Wenn er abge- schnitten wurde, fiel er wie ein Sack zu Boden und blieb regungslos liegen, bis ihn die Fußtritte oder Knüppelschläge des Blockführers wieder auf die Beine brachten. Dann taumelte er mit abgestorbenen, hängenden Armen nach seiner Baracke. Viele standen nicht wieder ‚auf, ihnen waren die Lungen zerrissen.
So war unser Arbeitstag. So schleppten wir uns bis zur Trunkenheit müde und erschöpft ins Lager, unsere Toten und Verwundeten mit uns tragend. Dumpf und stumpf standen wir dann zwei und drei Stunden, in Nebel und Regen, bis endlich der Zählappell zu Ende war. Das Kommando:„‚Abrücken‘“‘ war Erlösung. Dann sind wir durch den glitschenden, schmatzenden Schlamm in unsere Blocks gewatet und getorkelt. Vor Kälte, Nässe und Hunger zitternd. Mann an Mann saßen wir an unseren Tischen. Die Klamotten dampften in der Wärme des Blocks ihre Nässe aus. Gierig schlang ein jeder seinen Schlag Suppe hinunter, um etwas Heißes in den durchnäßten und durchfrorenen Körper zu bekommen."Wer von den alten Buchenwaldern weiß noch, wie das war: oben begann man langsam aufzutauen, aber die Füße blieben eisigkalt vor Nässe. Darum ging man schnell zu Bett; denn die Nacht war kurz...
Bleiern war der Schlaf, aus dem man fast nicht mehr erwachen
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