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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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so aufreizendes Bild, daß sich sogar die SS- Posten, die so vieles gläubig hinnahmen, darüber empörten.

Mitten in den Vorbereitungen des fürchterlichsten aller bisherigen Kriege imitierten diese elenden Verbrecher einen mittelalterlichen Feudalismus, mit dem sie höchstens als Raubritter eine sehr entfernte Ähnlichkeit aufweisen konnten. Das Tollste an Bauten aber war das Jagdhaus Hermann Görings, das ausdrücklich unter Nennung dieses Namens neben dem Tiergehege innerhalb des Falkenhorstes erbaut wurde. Aus dicken, vielhundertjährigen Eichenstämmen wurde ein Blockhaus errichtet, das in seinem Inneren einen getäfelten, innen mit Fliesen ausgestatteten Raum im altdeutschen Stil enthielt. Ein Kamin mit handgeschmiedetem Gitter, ebensolche Beleuchtungskörper, Ge­weihe und andere Jagdtrophäen gehörten zur Ausstattung. Alles dies sollte die Atmosphäre schaffen für Jagdfrühstücke und ähnliche Ver­gnügen des Reichsjägermeisters. Der Raum wurde erst kurz vor dem Krieg fertig, und wahrscheinlich ist Göring niemals darin gewesen. Dafür mußten später andere unfreiwillige Gäste in den Fichtenhain einziehen. Dort, isoliert vom übrigen Lagerbereich, wurden unter strengster Geheimhaltung auch gegenüber der SS ganz prominente Personen gefangen gehalten. Nur in ganz seltenen Fällen kamen einzelne Häftlinge als Handwerker mit diesen Insassen in entfernte Berührung. Dort wurde z. B. zeitweise Leon Blum festgehalten und Breitscheid mit seiner Gattin. Dort haben sich Oberst Galland, Daladier und Gamelin befunden und wahrscheinlich noch einige andere, deren Namen nicht festgestellt werden konnten.

Für prominente Staatsgefangene war in der Nähe der Truppen­garage eine frühere Wohnbaracke der SS in Einzelräume aufgeteilt und mit einer hohen, lückenlosen Mauer umgeben worden. Hier wur­den über hundert rumänische Intellektuelle festgehalten, die zur Eiser­nen Garde gehörten und vor Antonescu nach Deutschland emigriert waren. Hier befand sich zeitweise die Familie Gördeler nach der grau­samen Hinrichtung des früheren Oberbürgermeisters von Leipzig , hier wurden vorübergehend bekannte französische Politiker untergebracht, und hier war auch die Prinzessin Mafalda von Italien festgehalten worden.

Zum Ende dieses Abschnittes noch einige Worte über die Gustloff­Werke, diese riesige, moderne Rüstungsfabrik, die das Hauptziel des. Luftangriffes am 24. August 1944 gewesen ist und dabei vollständig zerstört worden ist. Mit ihrem Bau, wie mit dem Bau der Eisenbahn

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