war. Das dazugehörige Wirtschaftsgebäude enthielt einen großen Speise- und Versammlungssaal und die SS - Küchen und Kantinenräume. Auch mit dem Bau der Truppengarage und der Reparaturwerkstätten wurde schon lange vor dem Kriege begonnen. Auch sie sind bei dem Angriff vollständig zerstört worden. Das SS - Revier und die großen mehrstöckigen Kasernenbauten mit zwei großen Fernheizwerken sind dagegen erst während des Krieges erbaut worden. Der Pferdestall, in welchem später die hinterlistige und feige Genickschußanlage eingebaut wurde, über die noch ausführlich berichtet werden wird, war schon vor dem Krieg fertig. Die dicht daneben liegende große Reithalle mußte mitten in dem eisigkalten ersten Kriegswinter fertiggestellt werden, da die Frau Kommandant dòrt ihre Reitstunden fortzusetzen wünschte. Bei dieser Arbeit hat manch einer Hände und Füße erfroren. Beim Einsturz eines Gerüstes, das wegen der strengen Kälte nicht fest genug erbaut werden konnte, sind mehrere Häftlinge tödlich verunglückt. Mit dem Bau der Führerhäuser, die am südwestlichen Rand des Lagers liegen, wurde natürlich schon in der ersten Zeit des Bestehens von Buchenwald begonnen, und es ist ebenso natürlich, daß sie bis zum Schluß immer noch vermehrt und verbessert wurden. In dem Abschnitt über die Korruption der SS wird einiges darüber nachzulesen sein, wie an diesen Bauten, ihrer Ausstattung und Einrichtung Staatsgelder vergeudet und verschoben wurden, und was darüber hinaus dort alles schwarz gebaut und eingerichtet werden mußte, von dem die höheren Dienststellen offiziell nichts wissen durften.
Besonderes Interesse verdient wohl der benachbarte Falkenhof. Dort wurde an einem dicht bewaldeten Berghang für reine Privatzwecke der höchsten SS - Führer ein Gehege für Raubvögel und Falken errichtet, das an sinnloser Verschwendung wohl seinesgleichen sucht. Die hohen Tiergehege wurden in der Art von Blockhäusern aus dicken Kieferstämmen zusammengesetzt, als sollten dort Stiere und Raubtiere gefangengehalten werden. Für den Falkner als Verwalter des Ganzen wurde ein besonderes Einfamilienhaus innerhalb der Umzäunung erbaut. Schließlich wurden tatsächlich Falken beschafft und dressiert, mit denen die Frau Kommandant mit höheren Offizieren und auswärtigen SS- Führern, wie z. B. mit Eicke, dem Inspekteur der deutschen Konzentrationslager, auf bestens gepflegten Reitpferden zur Falkenjagd ausritt, zum Fang von Raubvögeln, die auf dem Ettersberg noch vereinzelt vorkamen. Diese Jagdausflüge boten ein
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