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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
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zur Flucht vor seinen Befreiern, die so nahe sind, und schießt ihn schließlich wie einen tollen Hund am Wege ab, nur weil er nicht mehr weiterkann!

Himmel, kannst du dieses grauenhafte Verbrechen mit ansehen?

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Geschieht hier kein Wunder-? Erscheint hier kein Rächer, der das Schwert der Vergeltung auf die Häupter dieser Nazi- Bluthunde nieder­sausen läßt und ihr verbrecherisches Hirn zerschmettert, sie allesamt in den tiefsten Abgrund stürzt--?-

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Ach, wären wir doch kräftig und nicht so elend, so krank, wie ihr uns gemacht habt ihr Mörder!!! Wir würden euch überwältigen und der Reihe nach an den nächsten Baum hängen, den Raben zum Fraẞ.

Geduld

kommt!

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-

Geduld

-

Die Stunde kommt! die Stunde wo ihr Rechenschaft ablegen müßt!!- die Stunde kommt! sie ist schon da! Hört, hört den Donner der Geschütze - Hört gut! Sie verkünden

hinter euch!-

-

Hört gut!

das über euch kommende Gericht!

Das Grauen schlich durch unsere Reihen. Von Mund zu Mund wurde das eben Geschehene weiter berichtet. Die Todesfurcht peitschte manchem Er­schöpften die letzte Kraftreserve aus den Knochen und riß ihn noch ein Stück mit. Anderen wieder nahm der Schreck den letzten Rest von Kraft und

schon wieder lagen zwei Kameraden am Wegrand,

nicht mehr konnten,

schon wieder knallten mehrere Schüsse,

schon wieder waren zwei Menschen gemordet.

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die

Mühselig schleppten wir uns längs dem Kamm des Thüringer Waldes weiter. Hohe Tannen und Fichten überschatteten uns. Dann führte der Weg durch halbwüchsige Tannen, oftmals unterbrochen durch eine Lichtung, die Ausblick ins Tal bot, der für einen Touristen und Spaziergänger Augenweide gewesen wäre. Diese wunderbaren Bilder interessierten uns nicht. Unser Auge war umflort, unsere Seele von Grauen und Schmerz verdunkelt.

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An einer Stelle passierten wir einen einzelnen Baum mit angelehnter Bank, die zum Ausruhen einlud. Die verblichene Schrift der an dem Baum befestig­ten Holztafel erzählte etwas von Goethe. Das Ganze weckte in mir Jugend­erinnerungen. Vor meinem geistigen Auge stand ein Bild, das ich damals in Händen hielt, und das mit dieser Landschaft identisch schien. Unter diesem Bild standen Goethes Worte:

Über allen Gipfeln ist Ruh,

In allen Wipfeln spürest du

Kaum einen Hauch.

Die Vöglein schweigen im Walde.

Warte nur, balde

Ruhst du auch.

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