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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
92
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Gerechtigkeit, Menschenrecht und Menschenpflicht glaube, dann ist das ein Ergebnis eines unendlich schweren Kampfes. Es sind keine billigen Worte, wenn ich sage:

Durch Leid geläutert,

vom Schicksal gehämmert,

durch Kampf gestählt:

Das sind Meilensteine auf dem Wege höherer Erkenntnis.

Gut und Schlecht sind für mich keine felativen Begriffe. Tue das Gute um des Guten willen; hasse das Böse und zertritt es, weil es böse ist!

Wir, die.dem Tode hunderte Male gegenüberstanden, die dem brutalen Mord wehrlos zusehen mußten, die das nackte Leben nur noch um des Lebens willen lebten, die wir in uns nur noch den Kern erblickten, den reinen Menschen allein, werteten nur diesen. Hier gab es kein Schöntun, kein Versteckspiel. Hier konnte niemand mehr eine Maske tragen. Hier schied'sich das Gute vom Schlechten. Der. das erlebt, erkannt und über- standen hat, ist, glaube ich, reif für ein Dasein, welches sich auf klarsten Grundsäten aufbaut und menschenrechtlich die Bezeichnung Leben ver- dient. In dieser Erkenntnis ist es etwas Großes, dem Leben dienen zu dürfen! Als ich meine Lebensgeschichte beendet, nahm der Kamerad meine Hände, drückte sie kräftig und sagte:

Mein Freund, ich danke Dir. Es wäre gut, wenn alle so dächten. Ich glaube fest daran, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo dieses Denken die Menschheit beherrschen wird.

Ja, erwiderte ich,was man als recht und wahr erkannt hat und was dem Fortschritt, der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Wohlfahrt dient, muß verkündet und verwirklicht werden, und jeder muß seinen Teil dazu bei-

tragen! j Wir verabredeten uns für den nächsten Tag, aber leider wurde nichts daraus, denn dieser Tag brachte eine Veränderung, die uns zeitlich und räumlich

trennte,

Alliierte Truppen hatten sowohl im Westen als auch im Osten die alte deutsche Reichsgrenze überschritten. Bei Aachen , Eupen-Malmedy , im Saar- gebiet, in Ostpreußen und in Oberschlesien kämpfte man schon auf deut- schem Boden.

Viele Nebenlager, die sogenannten Außenkommandos, die dem Frontbereich am nächsten lagen, wurden aufgelöst und deren Insassen nach Dachau ver- frachtet. In immer kürzeren Abständen rollen unendlich lange Güterzüge, vollgepfropft mit ausgehungerten, kranken und toten Häftlingen. über die Bahnstation Dachau kommend, in den La-erbereich. Die Zahl der Leichen, die man bei der Ankunft aus den Waggons herausholte, mehrte sich von Zug

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