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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Für alle Antifaschisten im Lager war die Kunde von seiner Ermordung eine der schmerzlichsten Nachrichten, die wir bis dahin vernommen.

Die kommende Literatur wird über das Leben und den Lebenskampf Ernst Thälmanns viel zu sagen haben. Jeder wird Gelegenheit finden, sich ein­gehend mit diesem starken und geraden Charakter zu beschäftigen.

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Heute hatte ich einen glücklichen Tag.

Am Morgen wurde ich einem Spezialkommando zugeteilt, welches aus fünf­zig Häftlingen bestand. Wir mußten einen Lastkraftwagen besteigen, fuhren los und landeten in Schleisheim bei München , um das Waffen- Arsenal der SS, das sich in dem großen Schloß gleichen Namens befand, auszuräumen und zu verladen.

Es war herrliches Wetter. Die vier SS- Posten, die uns bewachten, waren Ungarn und ausnahmsweise durchweg anständige Kerls. Einer von ihnen nahm einen Kameraden mit und organisierte für uns in einer nahe ge­legenen großen Plantage einen Sack Äpfel. Diese ungewöhnliche Menschen­freundlichkeit und die vier Äpfel, die ich pro Kopf verteilen konnte, recht­fertigten meine glückliche Stimmung. Zum Überfluß beschaffte ein anderer kurz vor der Heimfahrt ins Lager bei einem Dorfbäcker einige schöne Bauernbrote, so daß ein jeder von uns ein Stück erhielt.

Ein immerwährend geschlagener Hund ist rührend dankbar, wenn er ein­mal von einem Menschen gestreichelt wird. So ging es auch uns, als je­mand, der den Totenkopf trug, uns einen kleinen Beweis von Güte darbrachte. An dieser Stelle muß ich erwähnen, daß sich in der letzten Zeit nicht alle Angehörigen der SS bestialisch benahmen. Unrecht bleibt Unrecht, aber Recht muß Recht bleiben! So auch hier. Die SS bestand neuerdings zum wenigsten aus Freiwilligen. Sie war eine Zusammenwürfelung aus deutschen Freiwilligen, Gezogenen und von der Wehrmacht überstellten Wehrpflichtigen sowie gepreßten Angehörigen der verschiedensten Nationen Europas . Der Geist, der sie beherrschen sollte, war allerdings der gleiche geblieben wie ehedem. Auch die Schulungshefte der SS, die in regelmäßigen Ab­ständen erschienen, trugen denselben Charakter, wenn nicht einen noch brutaleren Die SS- Angehörigen waren aber im ganzen gesehen nicht mehr dieselben wie früher. Es gab etliche darunter, denen es schwer fiel, uns ausgebungerte, schwache Menschen überhaupt noch zur Arbeit anzutreiben, geschweige denn zu schlagen. Aber leider waren es nur wenige. Doch diesen wenigen gegenüber will ich bei der Beschreibung meines Erlebens gerecht bleiben.

Warum waren diese wenigen humaner? Die einen, weil sie durch den drohen­den Zusammenbruch, den sie deutlich genug kommen sahen, das baldige

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