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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
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beiläufig erwähnt, zu lesen war, daß der Kommunistenführer Ernst Thäl­ mann , der in einem Buchenwalder Außenkommando beschäftigt gewesen war, bei einem Luftbombardement den Tod gefunden hat.

Nachdem der Kamerad dieses vorgelesen, herrschte einige Minuten tiefes Schweigen.

Schließlich sprach einer:

,, Da stimmt was nicht!"

Denn daß Ernst Thälmann jetzt, wo wir dies lasen, nicht mehr unter den Lebenden weilte, war uns klar. Daß aber dieser Zeitungsartikel auch eine große Lüge verbarg, war uns fast gewiß. Denn die Nazis hatten bisher die ganzen Jahre hindurch diesen großen Idealisten und Arbeiterführer Deutschlands , der den Kommunismus bis zur völligen Hingabe vertrat, streng isoliert gehalten und ihn nie mit Gesinnungsgenossen oder sympathisieren­den Menschen jemals zusammenkommen lassen. Und jetzt mit einmal sollte er in Buchenwald inmitten anderer Häftlinge gewesen und beim Bom­bardement umgekommen sein?

Heute weiß es die ganze Welt, daß Ernst Thälmann ermordet worden ist. Er war der Mensch, dessen ganze Lebensaufgabe der Befreiung seiner deut­ schen Brüder und Schwestern vom Joch des Kapitalismus und Imperialismus galt, der, selbst an der Spitze der antifaschistischen Front, unentwegt gegen den sich durch Lug und Trug ausbreitenden Nazismus kämpfte. Ohne jegliches Rechtsurteil hatte man ihn fast zwölf Jahre eingekerkert und mit raffiniertesten psychologischen Torturmethoden unter Ausnutzung aller nur denkbaren menschlichen Schwächen versucht, ihn bei einer schwa­chen Stelle zu erfassen und dadurch zu Fall zu bringen. Das wäre der größte Triumph der Nazis geworden. Es gelang ihnen nicht. Die Fol­gen wären nicht auszudenken gewesen, wenn auf diese Weise in Deutsch­ land die Lüge zur eklatanten Wahrheit gemacht worden wäre.

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Aber die Nazis sind so dumm wie brutal gewesen. Man kann einen Men­schen totschlagen, aber nicht die Wahrheit. Und Ernst Thälmann stand auf dem Boden der Wahrheit, kämpfte und starb dafür.

Dieser Mensch stand wie eine Säule als ein Träger des Lebens selbst. Darum war es auch kein Fanatismus, sondern nüchterne Erkenntnis der Wahrheit, die ihn treu befunden hat bis zum Tode.

Hierbei denke ich noch an den Tag, als ich ihn damals das erste und letzte Mal sah, wie er auf dem großen Antifaschisten- Tag in Essen vor einer rie­sigen Menschenmenge sprach. Wie er leidenschaftslos ohne Phrasen die Wahrheit in kurzen, gemeißelten Worten mit offenen Händen anbot und sie in die Massen streute. Ich selbst war seinerzeit noch ganz das Produkt meiner Umgebung, verblendet, unzugänglich für derart große Gedanken, die von mir zwangsläufig eine radikale innere Umstellung gefordert hätten, und nicht autgeschlossen genug, um ihn voll verstehen zu können. Aber manches Wort seiner Rede blieb in mir haften als Keimzelle für meine spä­teren reifen Erkenntnisse und Wegweiser meines Suchens nach Wahrheit.

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