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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
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auf die

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zu spüren bekam. Außerdem wurde ich zur Strafe von ihm den ganzen Tag, schwere Steine tragend, hin- und hergejagt.

Was war dies alles aber gegen das furchtbare Hungergefühl!

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Die Zeit schleicht träge dahin. Tag für Tag Mord, Totschlag und grauen­haftes Elend. Jeden Abend schleppen wir, von der Arbeit kommend, immer neue Opfer bestialischer Mißhandlung ins Lager zurück.

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Der Winter kommt mit seiner grausigen Kälte und reißt große Lücken in unsere Reihen.

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Der Frühling naht, und sein warmer Hauch berührt noch einmal manche im Todesröcheln sich verschließende Häftlingsbrust.

Der Sommer ist da, und er sieht das gleiche grausame Bild wie im Vorjahr, nur daß die wenigen Überlebenden noch elender, noch schrecklicher an­zusehen sind.

Gibt es gar kein Ende?

Menschen, unschuldige Menschen, als

Versuchskaninchen" zu benutzen, war,

eine allgemein angewandte Methode in den Konzentrationslagern. Wie überall, so auch in Natweiler, huldigte man diesem verbrecherischen Brauch. Man suchte sich hierfür willkürlich die Opfer aus. Sehr gern nahm man Zigeuner und Juden.

Es war

kurz vor Weihnachten . Im Lager oben lag schon seit Wochen Schnee Der Bergkegel war wie so oft in dichte Wolken gehüllt, und wir konnten keine zehn Meter weit sehen. Ein Wetter, das vielen von uns den Tod brachte.

Ich war an diesem Tage gerade in der Nähe des Lagertores beschäftigt und hörte das Brummen der bergauffahrenden Transportautos. Bald sah man schon die Umrisse der Wagen aus dem Nebel hervortauchen. Sie fuhren vor das Tor, es wurde geöffnet, und sie rollten ins Lager hinein, um unten in der Nähe des Krematoriums zu halten. Das war etwas ganz Außergewöhn­liches, denn üblicherweise hielten die Wagen stets vor dem Lagertor, worauf die Neuankömmlinge ausstiegen, sich aufstellten und ins Lager hineinmar­schierten. Der Vorfall erregte daher meine Neugierde.

Um Näheres in Erfahrung zu bringen, meldete ich mich bei meinem Capo unter dem Vorwand ab, Geschirr aus dem Schuppen holen zu wollen, wel­cher sich damals noch in der Nähe des Krematoriums befand. Unten angekommen, bot sich mir ein Bild des Jammers! Drei Autos voller Häftlinge in Zebrakleidung, Zigeuner.

Einige lagen oder saßen auf dem Boden, hohlwangig, fiebernd und vor

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