mußten im Regen weiterschaffen bis zum Abend und am nächsten Morgen mit denselben nassen Klamotten wieder an die Arbeit.
Viele von uns geschwächten Menschen erkrankten an Lungen- oder Rippenfellentzündung und starben.
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Hierbei denke ich an einen französischen Kameraden, einen blutjungen Menschen von achtzehn Jahren er hieß Raoul und war aus Paris der hoch oben auf steil abfallender Böschung unentwegt seinen Pickel schwang und vor Hunger, den er nicht mehr beherrschen konnte, allerhand Grünes aẞ. Er konnte mit diesen Brutalitäten einfach nicht fertig werden. Zuerst ging er seelisch zugrunde; dann machte der Körper nicht mehr mit. Trots meines Zuredens und meiner Aufmunterung, die ich ihm selbst aus meiner Schwäche heraus gab, und aller Versuche, immer wieder Hoffnung in ihm zu wecken, ging es nicht mehr. Einige Wochen später starb er an galoppierender Schwindsucht.
Allein von den französischen Kameraden hat durch diese Behandlung, der wir ohnmächtig ausgesetzt waren, über die Hälfte das Leben lassen müssen. Weil sie Franzosen waren.
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Ein anderes Kommando, das einige hundert Schritte von uns entfernt arbeitete und dem SS- Unterscharführer Fuchs unterstellt war, hatte Ähnliches erdulden müssen. Dieser SS - Henker war im Lager als derjenige bekannt, der den zum Tode des Erschießens Verurteilten den Gnadenschuß gab, worauf er stolz war.
Er hatte einigen französischen Häftlingen, die nicht mehr fähig waren, das zu tun, was er von ihnen verlangte, und die schließlich mit dem letzten Rest von Mut an das Gesetz der Menschlichkeit appellierten und mit flehenden Worten gegen diese Tyrannei aufbegehrten, an der Arbeitsstelle die Kugel durch den Kopf gejagt. Seiner nächsthöheren Instanz stellte er den Vorgang dann als Meuterei dar, um sein Handeln begründen zu können. Täglich stieg die Zahl der Opfer, die in ihrer Verzweiflung nicht mehr wußten, was sie taten und ihr Heil in der Flucht suchten, indem sie die Postenkette überschritten und dann von den Posten durch Kopfschuß abgeknallt wurden. Viele aber wurden über die Postenkette gejagt und erschossen.
Das alles sah und erlebte ich im Konzentrationslager Natzweiler .
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Nur wenige vor mir in diesem Lager gewesenen Kameraden, die die Straße vom Struthof zum Steinbruch gebaut haben, können der Welt mehr sagen. Diese Straße könnte anstatt mit Steinen mit Totenschädeln gepflastert sein. Dort wurden beim Straßenbau Ungezählte von der SS buchstäblich in Massen totgeschlagen.
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