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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Fressens willen, das er mehr erhielt als wir, schlug dieser Unmensch auf uns, seine Kameraden, ein, weil die SS das befahl. Und er gehorchte.

Man kann kaum glauben, daß es Menschen gab, die sich auf diese gemeine Art kaufen ließen, trotzdem sie mit uns dasselbe Los teilten. Aber Gott sei Dank waren diese Kreaturen nur selten. Wir rechneten mit ihnen, wenn sie von der SS fallengelassen wurden, in unserem oder einem anderen Lager ab, denn wir Konzentrationäre wußten wohl zu unterscheiden zwischen einem Capo, der das, was er tat, tun mußte und dem, was er nicht tun brauchte und durfte.

Auch diesen Menschen, von dem ich gerade sprach, ließ die SS eines Tages, als er ihr nicht mehr nützlich war, fallen. Der Schuft ging mit dem nächsten Transport nach Buchenwald . Schon längst lebt er nicht mehr. Kameraden, die er gepeinigt hatte, und die den Transport mitmachten, übten natürliche Ver­geltung. Dieser Capo starb, weil er mehrere Kameraden in den Tod gejagt hatte.

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Die Sonne brennt. Ein glutheißer Himmel wölbt sich über dem Bergkegel von Natzweiler . Wir schwingen Pickel und Hammer mit letzter Kraft auf die Steine. Die SS geht durch unsere Reihen, beobachtet jeden, ob er sich nach ihrem Gutdünken bewegt.

Die Kraft will nicht mehr.

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Der Hunger friẞt im Gedärm.

Der Durst beizt die Kehle trocken.

Und trinken dürfen wir nicht, weil es die SS nicht will.

Der Verstand will nicht mehr arbeiten. Die Hitze hat ihn ausgedörrt. Man ist nicht mehr Mensch. Man träumt von trockenem Brot, man träumt von Wasser, man hat Halluzinationen Man sieht einen weißbekittelten Kellner mit einer Flasche labenden Inhalts auf sich zukommen, sieht einen springen­den Quell, einen sprudelnden Brunnen. Man lechzt nach Wasser. Hundert Meter vor uns rauscht ein Wasserhahn. Das kostbare Naẞ sprudelt kristallklar und ladet ein zur Erquickung, ladet ein zum Leben und ver­rinnt im glühenden Sand. Wir dürfen nicht trinken, weil es die SS nicht will.

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Der Körper fiebert, Schweiß gibt er nicht mehr her; er ist zu ausgetrocknet. Die Angst sitzt uns im Nacken, denn die SS schreitet durch unsere Reihen. Neben mir ein Krach. Die Wucht eines Hackenstiels trifft einen meiner Kame­raden auf den Schädel.

Er bricht zusammen.

Ich höre, ohne aufzublicken, da ich fieberhaft geängstigt weiterarbeite: ,, Du Hund, Du willst nicht mehr arbeiten! Ich werde es Dir schon zeigen!"

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