Tage, ihr seid auch bald soweit wie wir.— Teilnahmslos war ihr Gesichts- ausdruck, der seelische Erstarrung, Stumpfheit, bei manchen schon den seelischen Tod verriet. Ihre Kleidung bestand zum Teil aus zebra-gemusterten Stoffen, verblichen von Wind und Wetter, ausgewaschen, geflickt, auch schon zerrissen. Andere wieder trugen in Ermangelung dessen Zivilkleidung, auf deren Rücken ein dickes gelbes Kreuz in Oelfarbe gemalt war und ein breiter gelber Oelfarbenstreifen längs der Hosennaht verlief. Alle aber hatten auf der linken Brustseite und am rechten Hosenbein einen farbigen Winkel in Dreieckform mit der Häftlingsnummer darunter. Verschiedene besaßen Kopf- bedeckungen, andere nicht.—
Ich erinnerte mich, vor vielen Jahren, vor der Zeit Hitlers , einen Film über Dantes Inferno gesehen zu haben, wobei mir die Szenen in der Hölle noch klar vor Augen standen. An dieses Bild wurde ich in dem Augen- blick erinnert, als ich diese Menschen ihre Lasten schleppen sah——— Durch den langgezogenen Ruf„La—ger—äl—te—ster! Schrei—ber! so—fort ans Tor!“ wurde ich aus meinen Betrachtungen aufgestört. Links öffnete sich das Tor, und der Schughaftlagerführer betrat mit einer Akte unter dem Arm das Lager. Im gleichen Augenblick eilten auch schon im Laufschritt zwei Häftlinge die Treppen herauf. Ihre Kleidung war etwas besser, auch waren sie nicht so schreckhaft abgemagert. Sie trugen langes Haar, wie wir es noch hatten und zeigten im allgemeinen eine einigermaßen geistige und körper- liche Frische. Der eine hatte eine Armbinde mit der Aufschrift„Lager- ältester“, der andere eine solche, die den„Schreiber“ erkennen ließ. Sie eilten dem Schuthaftlagerführer und seiner Begleitung entgegen, rissen die Mütze vom Kopf, nahmen stramme Haltung ein und hörten auf die ihnen erteilten Befehle. Man näherte sich uns, die Namen wurden verlesen. Wer aufgerufen wurde, mußte rechts heraustreten und sich wieder in Reih und Glied aufstellen. Als letter wurde der Name eines Polen verlesen, er stand als einziger zur Linken, was wir zunächst nicht auffällig fanden. Der Schug- haftlagerführer ging ruhig gemessenen Schrittes die Front ab, betrachtete jeden von uns mit stechendem Blick und fragte den einen oder anderen, warum er hier wäre, das heißt, mit welcher Begründung ihn die Gestapo ins Lager gebracht habe. Als er vor mir stand. sah er mich an. Der eiskaite Blick war der eines Mörders. Die Liste mußte wohl gestimmt haben, denn die SS -Führer verließen das Lager. Der Lagerälteste kommandierte:„Rechts um!“, und wir Zugänge schritten die Lagerstraße bergab zu einem Block, um lagerfertig gemacht zu werden.
Dort angekommen, mußten wir uns völlig entkleiden. Unsere Habseligkeiten wurden uns abgenommen, in einen Sack gesteckt und dieser mit Namen und Nummer versehen. Wertsachen, Uhren, Schmuck und Geld wurden gesondert gehalten und einer genauen Kontrolle unterzogen. Selbst den Mund mußten wir öffnen, damit nicht einer auf diese Weise etwas mit sich nahm. Dann ging es durch den sogenannten Friseurraum. Der Kopf wurde kahlgeschoren, alle behaarten Teile des Körpers rasiert. Im„Baderaum‘ rauschte einem eine Dusche Wasser über den Kopf. Behaart gewesene Stellen wurden mit einem
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