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Sadismus oder Wahnsinn : Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten / Jeanette Wolff
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Ernährungs- und Spitalverhältnisse

Das Kaiserwaldspital war das Sammelspital für eine ganze Reihe von Lagern. Mühlgraben, Straßenhof, Lenta, Jungfern­hof schickten alle ihre Kranken zu uns ins Lazarett. Da ich selbst im Spital arbeitete, habe ich alles miterlebt. Die Sterblichkeitsziffer im Kaiserwaldspital war sehr hoch, be­sonders als bei uns eine Typhusepidemie ausbrach. Unser Chefarzt war der SS- Oberscharführer Wiesener, ihm über­stand der Lagerarzt SS- Sturmbannführer Dr. Krebsbach . Beide waren typische Naziärzte. Man überließ uns, d. h. den Häftlingen, die als Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter tätig waren, die Verantwortung für das Lazarett. Aus allen Lagern kamen die fast zu Skeletten abgemagerten Kranken zu uns. Trotzdem wir taten, was wir konnten, auch Lebens­mittel von allen Häftlingen sammelten oder aus der SS - Küche organisierten, gelang es uns oft nicht, die Kranken am Leben zu erhalten, da auch für diese nur die allgemeine Lagerration zur Verfügung stand. Wie in fast allen Lagern, herrschte auch bei uns die Dysenterie, die Hauptkrankheit der Häftlinge. Diese Krankheit richtete erschreckende Verheerungen an. Über und über beschmutzt und zum Skelett abgemagert sah man sie gleich Gespenstern durchs Lager schleichen, immer

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