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fielen. Dazu kam im Winter das Abgießen mit kaltem Wasser, eine Strafe, die meistens nur bei Männern angewandt wurde. Oft ließ man die Begossenen draußen stehen, bis das Wasser gefror, holte sie dann herein und taute sie auf. Erholte sich einer nach dieser Prozedur wieder, so blieben doch meistens dauernde organische Schäden zurück. Ein Teil der Tuberkuloseerkrankungen in den Lagern datiert wohl von solchen Behandlungen. Bei der vorgenannten drakonischen Behandlung ist es auch oft vorgekommen, daß die Begossenen nach kurzer Zeit tot umfielen. Eine der vielen Arten, das an sich schon so schwere Leben der KZ.- Insassen noch zu erschweren, war das nächtliche Herausholen der Häftlinge aus den Kojen. So wie man war, im Hemd oder nackt, mußte man dann mehrere Stunden auf dem Appellplatz stehen.
Ernährungs- und Spitalverhältnisse
Das Kaiserwaldspital war das Sammelspital für eine ganze Reihe von Lagern. Mühlgraben, Straßenhof, Lenta, Jungfernhof schickten alle ihre Kranken zu uns ins Lazarett. Da ich selbst im Spital arbeitete, habe ich alles miterlebt. Die Sterblichkeitsziffer im Kaiserwaldspital war sehr hoch, besonders als bei uns eine Typhusepidemie ausbrach. Unser Chefarzt war der SS- Oberscharführer Wiesener, ihm überstand der Lagerarzt SS- Sturmbannführer Dr. Krebsbach . Beide waren typische Naziärzte. Man überließ uns, d. h. den Häftlingen, die als Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter tätig waren, die Verantwortung für das Lazarett. Aus allen Lagern kamen die fast zu Skeletten abgemagerten Kranken zu uns. Trotzdem wir taten, was wir konnten, auch Lebensmittel von allen Häftlingen sammelten oder aus der SS - Küche organisierten, gelang es uns oft nicht, die Kranken am Leben zu erhalten, da auch für diese nur die allgemeine Lagerration zur Verfügung stand. Wie in fast allen Lagern, herrschte auch bei uns die Dysenterie, die Hauptkrankheit der Häftlinge. Diese Krankheit richtete erschreckende Verheerungen an. Über und über beschmutzt und zum Skelett abgemagert sah man sie gleich Gespenstern durchs Lager schleichen, immer
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