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Ich sah das Vernichtungslager / Konstantin Simonow
Entstehung
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die Deutschen nach Zeugenaussagen zwölf- bis sechzehntausend Ge­fangene aus dem Lager. Selbst wenn wir die Zahl Sechzehntausend annehmen, so enthielt das Lager vor seiner Auflösung insgesamt kaum siebzehntausend Personen. Die durchschnittliche Zahl der Gefan­genen betrug jedoch nach den Tagesberichten der Lagerkommandantur im Jahre 1943 ungefähr vierzigtausend Personen, die nach oben oder unten um einige Tausende schwankte. Nehmen wir jedoch die Gesamt­zahl der Menschen, die im Laufe von über drei Jahren ins Lager ein­geliefert wurden, so stellt sich heraus, daß zwischen der Endzahl von siebzehntausend und der Zahl der Eingelieferten ein Unterschied von vielen Hunderttausenden besteht. Dieser Unterschied gibt annähernd die Zahl der Menschen wieder, die unmittelbar im Lager umgebracht wurden, abgesehen von denen, die, ohne erst im Lager registriert zu werden, getötet wurden. Alle diese Angaben sind den amtlichen Rechenschaftsberichten der Verwalter des Lagers für die ganze Zeit seines Bestehens entnommen.

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Als ich von den Gefangeneneinlieferungen während der ersten Bauperiode des Lagers sprach, verwies ich auf den Monat Mai 1942. Im April und Mai 1942 wurden massenhaft Juden aus den Gettos Im Laufe des von Lublin und Umgebung ins Lager eingeliefert. Sommers kamen weitere achtzehntausend Personen aus der Slowakei und aus Böhmen an. Im Juli 1942 brachte man die erste Gruppe Polen , die beschuldigt wurden, sie seien Partisanen gewesen. Schon dieser fünfzehnhundert Personen. Im selben erste Transport bestand aus Monat wurde eine große Zahl politischer Gefangener aus Deutschland überführt. Im Dezember 1942 brachte man einige tausend Juden und Griechen aus dem Auschwitz - Lager bei Krakau ; am 17. Januar 1943 fünfzehnhundert Polen und vierhundert Polinnen aus Warschau . 2. Februar trafen neunhundertfünfzig Polen aus Lemberg ein, am 4. Fe­bruar viertausend Polen und Ukrainer aus Taloma und Tarnopol. Im Mai 1943 kam ein Transport von sechzigtausend Menschen aus dem Warschauer Getto an. Den ganzen Sommer und Herbst 1943 über wur­den mit Unterbrechungen von einigen Tagen Gefangenentrupps aus Axenhausen, Dachau , Flossenburg , allen deutschen Hauptlagern Neuhamm, Großenrosen und Buchenwald eingeliefert. Keiner dieser Die Herkunft der Neu­Transporte war unter tausend Mann stark. angekommenen erfuhr man im Lager nicht nur aus ihren Erzählungen, man erkannte sie auch gleich äußerlich, denn jedes Lager hinterließ bei den Insassen seinen besonderen Stempel. In Auschwitz zum Beispiel war es Sitte, allen Gefangenen, auch den Frauen, die Köpfe kahl zu scheren und ihnen die Gefangenennummer nicht wie anderswo um den Hals zu hängen, sondern in die Handfläche einzubrennen. Aus Buchen­schwer Sonnenlicht vertragen wald kamen Menschen an, die konnten: in einer Filiale von Buchenwald , dem ,, Dora- Lager", befand sich ein in den Felsen gehauenes unterirdisches Werk, in dem die be­rüchtigte V- 1"-Waffe die deutschen Flügelbomben hergestellt

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