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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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Und die zweite, wesentliche geistige Eigenschaft Hitlers ist seine paranoide Veranlagung. Man erklärt sie am besten als eine Art Minderwertigkeitsgefühl. Eine unbe­wußte Idee der eigenen Unterlegenheit, die auf der bewußten Seite des menschlichen Geistes leicht in die fixe Vorstellung der eigenen Überlegenheit umschlägt. Aus seiner Veranlagung heraus hat er von seiner eigenen Größe und Leistungsfähigkeit eine ganz andere Vorstel­lung, er besitzt nach seiner Ansicht einen ganz anderen Wert, als die Einschätzung der übrigen Menschen ihm zubilligt.

Deswegen erkennt er auch Gott und die Kirche als Mitt­ler zu Gott nicht an, weil er sie nicht anerkennen kann, weil ein solcher Mensch in seinem Überlegenheitswahn überhaupt keine andere Autorität über oder auch nur neben sich anerkennen will. Da seine Umwelt sich sei­nem Überlegenheitsanspruch nicht beugen will, so fol­gert er, sind sie ihm also feindlich gesinnt, und wegen ihrer eingebildeten feindlichen Gesinnung muß er seine Umgebung bekämpfen. Und wenn diese Umgebung nun sich gegen diese Bekämpfung schützen will, muß er selbst seinen Kampf unter Anwendung von weiterer Gewalt verstärken. Die paranoide Veranlagung setzt ihn also in Gegensatz zu seiner Umwelt.

In einem Menschen vereint mit einer hysterischen Ver­anlagung, läßt sie diesen fast als doppelte Persönlichkeit erscheinen. Ein solcher Mensch ist also schon durch seine Veranlagung, die Welt seiner Ideen und sein Geltungs­bedürfnis eine personifizierte Gefahr für den Frieden.

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