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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

Leid, diese Not und dieses Grauen dann auch über uns gekommen wäre?"

,, Das konnte er nicht", antwortet Dr. G. ,, Das konnte er nach seiner Veranlagung nicht. Ich habe Hitlers see­lische Veranlagung und seinen Charakter sehr genau studiert. Er ist nach meiner Ansicht ein ganz bestimmter Typ, der deswegen so gefährlich ist, weil nur der Arzt die Struktur seines Geistes erkennen und beurteilen kann. Man müßte ihn als hysterisch und paranoid in einer Person bezeichnen, also fast als eine doppelte Per­sönlichkeit. Hysterisch ist in diesem Falle als eine Eigen­schaft zu verstehen, sich in eine ganz bestimmte Idee oder Aufgabe mit unerhörter Konzentration und einer gewissen Einseitigkeit hineinzusteigern, welche auf die Masse des Volkes sehr starken Eindruck machen muß, weil er durch seine suggestive und faszinierende Redner­gabe die Masse in seinen Bann schlägt. Diese hysterische Veranlagung bringt ihn zwangsläufig in Verbindung und Kontakt mit den Massen, die nicht erkennen können, daß es sich bei Hitler um einseitige, gefährliche Theorien eines durch seine Veranlagung innerlich völlig unbalan­cierten und hemmungslosen, also in bürgerlichem Sinne unzuverlässigen Menschen handelt, die dieser so ver­anlagte Mensch ohne Kenntnis und Gefühl für wahre Zusammenhänge äußert.

Hitler hat dazu eine besondere Veranlagung, mit falschen geschichtlichen Maßstäben zu messen, übrigens eine allge­mein menschliche Schwäche, welche so viel Verwirrung bei der Beurteilung vergangener Ereignisse hervorruft.

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