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ER EITFPETPIITTET
FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
keit in Berlin hin, die meine sofortige Rückkehr not- wendig machte. Nach zwei Tagen wurde ich freigelassen. Man brachte mich an die Grenze des Kreises Tilsit und ließ mich dort auf der Straße stehen, ohne Hut und Man- tel und Geld. Seitdem habe ich Rede- und Aufenthalts- verbot für den Kreis Tilsit.“
Nach einer kleinen Pause fährt er fort:„Also, lassen Sie sich nicht täuschen durch die Richter. Sie reden zwar im Namen Gottes, sie geben vor, die von Gott eingesetzte Gerechtigkeit hier zu vertreten. Das alles ist Lüge, und viele Richter wissen es selbst.“
Die Stimme des Pfarrers wird härter, es klingt fast wie eine Anklage:„Denn sie nehmen ihre Maßstäbe nicht an den Geboten des Herrn. Wer fragt in seiner Recht- sprechung heute nach den zehn Geboten Gottes? Wer legt seiner Rechtsprechung heute die Worte der Bergpredigt zu Grunde? Wer von diesen Richtern ringt mit seinem Gott um Klarheit, bevor er einen Richterspruch vollzieht?“ Seine Stimme nimmt noch mehr an innerer Eindringlich- keit zu, aber sie wird fast noch leiser als vorher:„Beden- ken Sie, der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. Das heißt, jeder Richter, auch der beste, brauchte eigentlich für eine gerechte Beurteilung des Angeklagten die göttliche Erkenntnis, ins Herz schauen zu können.“
In die entstehende Pause schiebt sich ein leiser Einwand H.s:„Herr Pfarrer, ich kann mir doch nicht anmaßen, mich zum Richter über meine Richter zu machen.“
Der Pfarrer blickt ihn offen und voll an.„Das dürfen Sie
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