FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
ohnedies alle Dinge, man braucht sie doch ihm nicht zu bekennen. Der Mensch kommt nicht zum Frieden mit sich selbst, bevor er sich nicht zum Lebensgrundsatz gemacht hat, seinem Gott über sein Leben Rechenschaft zu geben und seine Verfehlungen vor ihm zu bekennen.“ H. sitzt mit einem Ausdruck innerer Versonnenheit. Ich habe noch nie gewußt, daß ein Mensch so offen um seine Einstellung zu Gott und der Welt ringen kann. Sein Gesicht hat etwas Weltfernes, während der Pfarrer seine eindringlichen und mahnenden Worte fortsetzt, die auch mich meine Umgebung vergessen lassen. Türen öffnen sich vor mir, von deren Bestehen ich bisher nur unklar etwas geahnt hatte.
Der Pfarrer fährt nach kurzem Sinnen fort:„In solchem Bekennen Gott gegenüber liegt überhaupt die Anerken- nung Gottes. Das menschliche Ich beugt sich demütig unter seinem Schöpfer. Wenn so viele Menschen als Ver- urteilte durch das Leben gehen- ich meine jetzt, als vor Gott Verurteilte-, hat das nicht seinen Grund darin, daß sie vor einem menschlichen Gericht sich nicht gerecht- fertigt haben. Sie haben versäumt, vor dem ewigen Richter sich zu beugen. Ihnen ist der Heiland fremd geblieben. Ihre Sünde trennt sie von Gott . Umgekehrt, mein lieber Freund, ich habe hier in diesem Hause Men- schen kennengelernt, die vor ihrem irdischen Richter alles bekannt haben, zum Tode verurteilt worden sind und nach den jetzt in diesem Reich geltenden Maßstäben
alles gesühnt haben, die aber doch innerlich völlig fried-
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