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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

sie ihr Kleid vorne auf, so daß ein Stück eines groben, aber sauberen, weißen Hemdes sichtbar wird, über dessen Kante die makellose, rosige Haut der Brust schimmert. Ebenso ungeniert greift sie unter das Hemd und zieht mit einiger Mühe ein zusammengefaltetes, kleines Kar­tenblatt heraus, so daß die Hemdkante bedenklich nach unten rutscht.

Ich kann mir nicht helfen, obwohl ich weiß, wie wichtig alles ist, es ist die erste Frau, die ich seit Monaten sehe, ja beinahe fühle. Und ich habe es etwas schwer, meine Gedanken zu sammeln. Aber ihr Gesichtsausdruck bleibt undurchdringlich und kühl.

, Hier ist Karte", sagt sie und knöpft anscheinend unge­rührt das Kleid wieder zu. ,, Schnell, ich zeige Ihnen." Es ist eine von einer deutschen Kartenstelle hergestellte Reproduktion eines russischen Kartenblattes, auf dem die Eisenbahnstrecke von Minsk in Richtung auf die pol­nische Grenze dargestellt ist. Mit schwarzer Tinte, kaum sichtbar, sind eine Reihe von unverständlichen Zeichen eingetragen.

,, Kreuze sind Partisanenposten. Parole ist: Dritte Inter­ nationale . Sie müssen sagen, sowie Sie auf russische Sol­daten kommen, und nach Genosse Kommandeur Pet­schow fragen. Haben Sie Ausweis?"

,, Darf ich die Namen notieren", frage ich zurück. Während ich die Karte betrachte, steht sie so dicht neben mir, daß ihre Brust meinen Arm berührt. Ich muß die Karte hoch halten, weil sonst das Licht in der Zelle zu schwach ist.

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