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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

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man für jede Lebenslage vorbereitet", sagt er ausge­glichen wie immer. ,, Ich kann weder zu- noch abraten. Aber wenn Sie überzeugt sind, daß Sie den Versuch machen müssen, wird Ihnen Gott helfen. Einen russi­schen Sprachführer werde ich Ihnen beschaffen. Außer­dem müssen Sie etwas Proviant sammeln. Haben Sie etwas, wo Sie ihn hineintun können?"

Ich unterziehe rasch meine geringen Habseligkeiten einer Prüfung. ,, Doch, Herr Pfarrer, ich habe einen Segeltuch­beutel, der mich nicht sofort bei einer Kontrolle kennt­lich macht."

Schon am nächsten Tage erhalte ich den Sprachführer. Ich sammle von den knappen Tagesrationen Brotschei­ben, hebe etwas von den traurigen Henkersmahlzeiten auf, deren Reste ich mir immer wieder hole, spare ein paar Zigaretten. Ich mache mir unmerkliche Zeichen bei bestimmten Redewendungen in dem Sprachführer und mache täglich mehrere Stunden Sprechübungen. Da bringt mir der brave P. eine elektrisierende Nach­richt! Er arbeitet jetzt in der Schreibstube des Gefäng­nisses und holt mir ab und zu etwas Tabak. Eine Anfrage wegen meines Abtransports ist eingetroffen! Die Voll­streckung oder Bestätigung über mein Urteil wird am Sitz des Gerichts sein, wenn mein Fall seinen normalen Geschäftsgang geht.

Voll innerer Spannung schreibe ich meinem Anwalt einen Brief und teile ihm das Stichwort mit, das die Tatsache meiner Flucht zu den Partisanen ihm bekanntgeben soll. So vergehen die nächsten Tage rasch. Endlich ist die ver­

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