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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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schon längst versunken, und immer wieder mußten die Schutz­häftlinge neue Lieder anstimmen. Singen auf Kommando, Singen auf Befehl eines Menschen, der uns den ganzen Tag bei der Arbeit drangsaliert hatte. Singen mit hungerndem Magen und ausge­dörrten Kehlen, das kostete Nerven und abermals Nerven. Eiserne Willensanstrengung war notwendig, um sich hier nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Rapportführer Terre war heute abend maẞvoll unzufrieden mit seinen nicht singenwollenden Arbeitssklaven des Konzen­trationslagers Esterwegen . Unser Dirigent, Genosse Willi Stein, schwang seinen Taktstock in verbissener Wut, um den Wünschen des uns quälenden Rapportführers gerecht zu werden. Aber alles war heute vergebliches Bemühen. Genosse Willi Stein raufte voll Ungeduld seinen großen Vollbart, aber in die vor Müdigkeit umfallenden Häftlinge war kein Zug mehr zu bringen.

Der vor uns stehende Rapportführer stößt Drohungen über Drohungen aus. Finster brütet er nach Rache. Und bevor er sein allabendliches Kommando ertönen läßt: ,, In die Baracke, ihr Schweine," teilt er seinen neuesten Tagesbefehl mit. Dieser Tages­befehl hatte folgenden Wortlaut:

,, Ihr Schweine und Lumpen konntet bisher alle Woche einen Brief empfangen und einen Brief schreiben. Ab morgen könnt ihr nur noch alle zwei Wochen einen Brief schreiben und einen Brief empfangen. Teilt das im nächsten Brief nach Hause mit, damit eure Huren Bescheid wissen."

Das gestohlene Geburtstagspaket

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Wieder einmal beging ich einen Geburtstag hinter Kerker­mauern des Dritten Reiches , oder besser gesagt, hinter dem Stacheldrahtverhau eines Konzentrationslagers. Vergeblich hatte ich bei der Postverteilung auf den Ruf nach der Nummer 409 gehört. Mißmutig kehrte ich im Laufschritt zu meiner Baracke zurück. Ich hatte bestimmt auf Post von meiner lieben Schwester gerechnet, und irgendwelche Unpünktlichkeiten kannte ich von ihr nicht.

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Vier Wochen später, ich schleppe gerade einen großen, dicken Balken durch den heißen Sand, wird plötzlich nach der Nummer 409 gerufen. Schutzhäftling 409 soll zum Tor kommen. Ich setze meine müden Beine in Bewegung und melde mich bei der Tor­wache. Der SS- Posten läßt mich durch mit den Worten: ,, Das Schwein 409 kann das Tor passieren!"

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In der Schreibstube melde ich mich vorschriftsmäßig bei dem diensthabenden Oberscharführer Ernsberger. Höhnisch lächelnd empfängt mich dieser und sagt: ,, Sie wissen ja, daß Sie keine

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