Schutz
Erikas Briefen hatten wir viel zu verdanken, und sie halfen uns politische Gefangene oft über schwere Stunden hinweg. Unvergeßlich werden sie allen Schutzhäftlingen der Baracke 16 des Konzentrationslagers Sachsenhausen bleiben.
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Mit dem Schemel in der Zelle erschlagen
Ein ehemaliger Regierungsrat aus Mecklenburg wurde im Frühjahr 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert. Das ordentliche Gericht hatte ihn freisprechen müssen, aber die Gestapo hatte ihn als Arbeitssklaven ins Konzentrationslager abgeschoben. Nach einigen Tagen war der Regierungsrat schon in der Strafzelle, angeblich wegen Faulheit bei der Arbeit. In dieser Strafzelle gab es außer einer Betonpritsche keinen Gegenstand. Hier in diesen Strafzellen Die Fenster waren verdunkelt. spielten sich die scheußlichen Szenen gemeinster und brutalster Folterungen ab.
Eine dieser wahnsinnigen Quälereien wurde das sogenannte ,, Wäschepaket" genannt. Hatte einer der wachhabenden SS - Leute das besondere Bedürfnis, einen Gefangenen besonders zu quälen, so geschah das nach folgenden Methoden: Der Gefangene muẞte einen Tisch unter das Fenster der Zelle stellen, und auf diesen Tisch mußte sich der Gefangene dann legen, mit dem Rücken nach oben. Die SS - Banditen nahmen dann eine Kette und zogen dem Wehrlosen die Arme und Beine auf dem Rücken mit der Kette zusammen. Sie hängten die Kette an das Gitter des Zellenfensters und zogen den Tisch unter dem Aufgehängten fort. Stundenlang ließen sie dann ihr Opfer in der Luft hängen. Wahnsinnige Schmerzen hatte dann dieses in der Luft hängende, mit Ketten zusammengezogene Menschenbündel.
In eine dieser Strafzellen war nun auch der ehemalige Regierungsrat gekommen. Schon nach drei Tagen wurde uns bekannt: er habe sich in der Zelle erhängt. Seine Angehörigen hatten das Leichenauto geschickt, um ihren geliebten Toten in der Heimat zu bestatten.
Da der Tote aber in einer Schweizer Lebensversicherung gewesen war, wurde er von einem Vertrauensarzt nachträglich untersucht. Diese Untersuchung hatte ergeben, daß der Tote infolge eines Schädelbruches verstorben war. Da auf Grund dieser Untersuchung die Schweizer Versicherung die Auszahlung der Versicherungsprämie verweigerte, mußte die Lagerführung notgedrungen eine Untersuchung einleiten. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß der ehemalige Regierungsrat in der Haftzelle von einem Oberscharführer der SS mit einem Schemel erschlagen worden war.
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