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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Erst angeschossen und dann--­

Kopf an Kopf, unbeweglich stehen Tausende von Schutz­häftlingen des Konzentrationslagers Esterwegen auf der Lager­straße angetreten. Ihr gegenüber stehen schußbereit einige Hundertschaften der SS. Von den einzelnen Maschinengewehr­türmen richten die schußbereiten Maschinengewehre ihre drohen­den Mündungen auf die wehrlosen politischen Gefangenen.

Vormittags 10 Uhr, eine außergewöhnliche Zeit, aber der Sonderappell findet statt, um einen Strafvollzug an einem Schutz­häftling durchzuführen. Ein sogenannter Ehrenschutzhäftling, ein ehemaliger österreichischer SS- Mann soll verprügelt werden. Er hatte trotz Verbot über eine Degradierung eines SS- Mannes im Lager gesprochen.

Wolken verdunkeln das Sonnenlicht des Junitages, als der mit Ketten klirrende Gefangene zum bereitstehenden Bock" geführt wird. Als zwei der Prügelknechte ihn über den ,, Bock" zwingen wollen, reißt sich der Gefangene los und flüchtet ins Häftlingslager. Nun beginnt eine wilde verwegene Jagd auf den flüchtigen ehemaligen SS- Mann. Dutzende SS - Leute jagen mit gezogenen Pistolen hinter dem Flüchtigen her. Schuß auf Schuẞ fällt, ohne daß die Verfolger zum Ziele kommen. Die wildgewor­denen SS - Leute erschießen sich um Haaresbreite bald selber.

Endlich haben die schwarzen Häscher den Verfolgten zur Strecke gebracht. 20 Minuten dauerte diese scheußliche Menschen­jagd, der blutig zusammengebrochene Häftling wurde notwendig verbunden. Dann wurde der verwundete Gefangene über den ,, Bock" geschnallt und bekam 25 Stockhiebe über Gesäß und Rücken mit einem Ochsenziemer.

Erika

Erika war ein fünfzehnjähriges Mädchen, und ihr Porträt hing trotz Verbots in der Häftlingsbaracke 16 des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Alle Barackenbewohner waren in Erika verliebt. Alle ihre ankommenden Briefe wurden gemeinsam gelesen, gelobt und immer wieder mit großer Ungeduld erwartet.

Erika war die Tochter unseres Barackenältesten, und sie war ein echtes Hamburger Arbeitermädel. Mit Eltern und Ge­schwistern von der Gestapo wegen Staatsfeindlichkeit einge­kerkert, hatte sie ihre erste Feuertaufe erhalten.

Uns politischen Gefangenen war sie das leuchtende Vorbild und Ideal jugendlichen Feuers und Kampfesmutes. Ihre anfeuern­den Briefe schufen bei uns Freude und Frohsinn und erzeugten neuen Mut, alle Drangsalierungen siegreich zu überstehen.

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