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Schutzhäftling 409 / Arnold Schulz
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Wir ziehen ein in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Ein neuer Leidensabschnitt begann in unserem Leben. Die meisten Einmarschierenden haben Sachsenhausen nie mehr verlassen. In den Verbrennungsöfen vernichteten die SS - Banditen die sterb­lichen Ueberreste unserer ermordeten Kameraden.

Wir denken zurück an die Hölle von Esterwegen , die wir ver­fluchten und sind uns im klaren darüber, daß Sachsenhausen unsere zweite Hölle werden wird. Aber wir haben nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn wir müssen singen, singen und nochmals singen, um die Bevölkerung von Sachsenhausen zu täuschen. Und wir singen mit verbissener Wut:

Aus Esterwegen gingen wir leicht,

es liegt verlassen im Moore,

doch bald war Sachsenhausen erreicht, es schlossen sich wieder die Tore."

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Nach Verbüßung der Strafe ins Konzentrationslager

abgeschoben

Im Verlauf eines gerichtlichen Prozesses gegen mich wurde ein Beamter der Leverkusener Gestapo als Zeuge vernommen. Die Gerichtsverhandlung fand im Februar 1938 in Düsseldorf statt. unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Ich befand mich zu dieser Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen. Bei der zu­ständigen Justizstelle in Düsseldorf hatte ich den Antrag gestellt, bei dem Prozeß als Beklagter persönlich erscheinen zu können. Die reaktionären Justizbeamten hatten meinen berechtigten Antrag mit den fadenscheinigsten Gründen abgelehnt.

Im April 1938 gelangte die Abschrift der eidlichen Aussage des Beamten der Leverkusener Gestapo an die Leitung der Lager­verwaltung des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Diese Ab­schrift hatte folgenden Wortlaut:

,, Der Beklagte war einer der aktivsten roten Funktionäre, die wir in Leverkusen gehabt haben. Nach Verbüßung seiner zwei­jährigen Zuchthausstrafe wegen Vorbereitung zum Hochverrat ist er ins Konzentrationslager abgeschoben worden."

Das Einlaufen dieses Schriftstückes bei der Lagerverwaltung in Sachsenhausen hatte für mich böse und unangenehme Tage und Wochen zur Folge. Immer wieder wurde ich von der Lager­führung ins Kreuzverhör genommen wegen meiner früheren Tätigkeit in Leverkusen . Durch brutale Mißhandlungen versuchten die SS - Banditen mich zu Eingeständnissen zu zwingen für Taten, die ich gar nicht begangen hatte. Nur dem plötzlichen Wechsel in der Lagerführung hatte ich es zu verdanken, daß mir weitere Quälereien erspart blieben.

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